Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 69 (1925)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1925)
- Article
- Alchemie und Kabbala
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 11)
- Language
- German
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23 ehemistisclien Terminis, stehen eng nebeneinander II, 147a und 148ä, als ob sie den Theorien über einen ,,Autor“ des Sohar recht hohnsprechen wollten. Ich lasse die zweite Stelle wörtlich deutsch folgen1, die sich paradoxer Weise als Fortsetzung der ersten gibt2, obwohl sie sie aufhebt: ״. . . . Es heißt doch, daß es 7 Arten von Gold gäbe? Und wenn ״du meinst, da doch Gold die Strenge ist und Silber die Liebe, wie ״kann da das Gold über ihm [dem Silber] stehen P3 — so ist dem nicht ״so. Denn in der Tat steht das Gold höher als alles, aber [nicht das ,.,gewöhnliche, natürliche Gold, sondern] es ist dies Gold auf mystische ״Weise4, und das ist ,,höheres, mystisches Gold“, welches das siebente ״von allen jenen [7] Arten des Goldes ist. Und das ist Gold, das ״leuchtet und in die Augen blinkt, und das ist [solches Gold], daß ״— wenn es in der Welt erscheint — wer es erlangt5, [es] in seinem ״Inneren verbirgt [!!] und von dort her [sc. von diesem mystischen ״Golde] kommen her und strahlen aus alle anderen Arten des Goldes. ״Und wann heißt, was Gold heißt, [mit Recht] Gold6? Wenn es ״leuchtet und in die Herrlichkeit [der mystischen Region] der ״Gottes- ״furcht“7 aufsteigt, und dann ist es in [dem Zustand] der ״mystischen ״Freude“8 .... [?]9. Und wenn es im Zustand der ״Strenge“ ist. 1 Um die Umdeutung dieser widerhaärigen Stelle im Sinne der rezipierten Kabbala haben sich die Kabbalisten und Soharkommentatoren viel Mühe gegeben. Da die Alchemisten, soweit sie überhaupt etwas von Kabbala erfuhren (wie Fludd, More, Helmont), sie durch die Brille der Safeder Harmonistik sahen, ist ihnen eine Stelle wie diese schwerlich je aufgefallen. Knorr v. Rosenroth zitiert sie, ohne auf irgendeinen Zusammenhang mit Alchemistischem aufmerksam zu machen, in der Kabbala denudata I, p. 298. Aber auch nach ihm findet sie sich bei keinem Autor zitiert. Knorrs Uebersetzung ist zudem, so wie sie ohne Erläuterungen dasteht, unverständlich, z. T. auch unrichtig. Die kurze Paraphrasierung dieser Stelle bei de Paul y IV, 65 ist völlig wertlos. Alles im Folgenden in eckigen Klammern stehende sind natürlich Ergänzungen von mir. 2 Mit den Worten ואהדרנא למלי קדמא״, die offenbar Flickwerk sind, kann nur ein Zurücklenken zu dem Thema von 147a gemeint sein. 3 Der Text ist kaum in Ordnung. Ich verstehe ואסתלק als Frage, als ob es hieße ואיך יסתלק, vielleicht aber muß einfach כסף statt זהב gelesen werden: ״* . . ., so muß doch das Silber über dem Gold stehen“? 4 בארח פתים im. Sohar sehr beliebt, um Verinnerlichung eines Begriffes anzuzeigen. 6 מאן דאדבק ל-ה Targum von השיג, im Sohar auch im geistigen Sinne (אדבנקותא השגה) gebraucht. Andere Lesart ״ מאן דאתדבק ביהwer sich ihm anschließt“, ist schlechter. 6 Die folgende farbenmystische Meditation, die offenbar verschiedene Zustände nicht des natürlichen, sondern des mystischen ״Goldes“ in der Seele beschreibt, hat den Kabbalisten viel Kopfzerbrechen gemacht (vgl. z. B. Kordovero a. a. O. und die Kommentare zur Stelle), ein indirekter Beweis dafür, daß diesen späteren Kabbalisten die mystische Umdeutung und An- Wendung alchemistischer Symbole fremd war," welche hier so unzweideutig hervortritt. 7 Lies דדהילו statt des sinnlosen דחילו aller Texte. Dieser Zustand des alchemistischen Steines ist einer der beiden höchsten, welche die mystische Theologie kennt: דחילו und רחימו. 8 חדוה עלאה. Der Gebrauch von עלאה in diesem Sinne ist im Sohar allgemein. ־ 9 למהדי לתתאי sinnloser Text, eventuell ist zu lesen: ״ לחדאהum den unteren [Regionen] Freude zu schaffen“?