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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1925) · p. Seite 18

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1925)
Article
Alchemie und Kabbala
Date
1925-01-01
Page
Seite 18 (sequence 6)
Language
German
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18 Marokko stammt, ist von 1690, aber aus wesentlich älteren Vorlagen etwa des 15. Jahrhunderts. Von Kabbala findet sich keine Spur darin. Ein nach Steinschneider ״an Alchemie streifendes" מלאכת מיי זהב findet sich in Cod. Berlin Or. Qu. 543 (in St.s Katalog I, p/ 46), mit medizinischer Tendenz. Eine sehr späte מעשה כ מי ה ♦ ♦ ♦ 4 על קבלה מעשית findet sich in einer Günzburgschen Hs. Cod. 1086, etwa aus dem Jahre 1700. lieber das kabbalistische Buch ״Aesch mezareph" handle ich im 4. Abschnitt dieser Arbeit. Daß Pseudepigraphen des 18. Jahrhunderts, welche jüdischen Autoren beigelegt wurden, nichts mit jüdischer Alchemie zu tun haben, ist klar. Besonders ״Abraham Eleazaris uraltes Chymisches Werk, welches ehedessen von dem Autore teils in Lateinischer und Arabischer, teils auch in Chaldäischer und Syrischer Sprache (!) geschrieben ... gehört hierher. Das angeblich aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts stammende Buch ist von Kopp II, p. 314—17 ausführlich besprochen worden, der den pseudonymen Herausgeber als Verfasser vermutet. Der Jude Abraham bei Nicolas Flamel hat bei der Schöpfung dieses mythischen Nachfahren, wie die Einleitung des Buches zeigt, Pate gestanden. Die kürzlich ausgesprochene Behauptung Robert Eislers1, der lateinische klassisch-alchemistische Schriftenkomplex des Geber, bes onders das Liber Geber de transmutatione metallorum, sei״obviously the translation of a Hebrew-Aramean, consequently Jewish ספד גבל book of the mixer" ist ein schlechtbegründetes Apercu2. Die Behauptung, das gebräuchliche jüdische Wort für Alchemie sei צרוף, ist völlig haltlos. Das Wort findet sich niemals in dieser Bedeutung. ״Zusammenschmelzen, kombinieren" ist noch lange nicht Alchemie treiben. Einen wirklichen hebräischen Terminus für Alchemie statt des gewöhnlich verwandten Fremdwortes werden wir in den folgenden Untersuchungen kennen lernen. III. Wenn nun auch die Grundlagen der theoretischen, systematisch gerichteten, kabbalistischen Mystik den Grundtendenzen der alchemistischen Mystik widerstreiten, so haben doch, was Einzelheiten der Symbolik und Terminologie der kabbalistischen Schriften angeht, sich manche alchemistischen Elemente unter die unendliche Fülle der mystischen Motive und Symbole gemischt. Hier läßt sich ein gewisser, wenn schon nicht auf zentrale Bestandteile sich erstreckender Einfluß der Alchemie noch nachweisen. Freilich sind gerade diese Elemente kosmologisch-alchemistischer Symbolik der Metalle und 1 In The Quest XIV (1923), p. 548, in einer Besprechung des (überaus wertvollen) Werkes über ״die Alchemie des Geber“ von Ernst Darmstädter, Berlin 1922. 2 Der Uebergangvon Gebal zu Geber, den Eisler a.nnimmt, wäre lautlich möglich, der von Gabbäl mit starkem a־Laut zu Gebal ist es kaum. Und selbst Gabbäl im Sinne ־vcr Metall ir i s c h e r — das nirgends belegbar ist — wäre noch lange nicht Metall verw andler (Transmutatio!). So fehlen. zwei notwendige Ueberggrge, die Eisler überspringt, um die Hypothese, irgendwie wahrscheinlich erscheinen zu lassen, die den hochberühmten Schriftkomplex für die jüdische Alchemie und Literatur reklamiert., Andere, inhaltliche Gründe bringt auch Eisler türseine Echaiiptung nicht bei.

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