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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1925) · p. Seite 14

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1925)
Article
Alchemie und Kabbala
Date
1925-01-01
Page
Seite 14 (sequence 2)
Language
German
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Schriften" Alchemie gelernt haben wollten, Glauben schenkte, wird, sich aus den folgenden Untersuchungen ergeben. Ich stütze mich dabei auf das Studium aller mir irgend zugänglich gewesenen kabbalistischen Texte, das allein auch die wirklichen Ueberreste und. Zeugen alchemistischen Einflusses aufdecken kann. ' . n. . Die systematischen Beziehungen der Alchemie, einer scheinbar: auf ein so rein naturwissenschaftliches Ziel wie die. Transmutation, der Metalle zu Gold gerichteten Bewegung, zur Mystik sind außer in dem großen Werk Lippmanns1, das freilich mehr die historischen Beziehungen hervortreten läßt, vor allem speziell von Hitchcock2־ und Silberer3 dargelegt worden. Sie beruhen, von allen historischen Einflüssen abgesehen, wesentlich — kurz gesagt — auf der durchgängigen symbolischen Deutbarkeit der alchemistischen Prozesse und der Handlungen der Adepten auf das innere ,,geistliche" Leben des Menschen. Das ,,philosophische Gold", das hergestellt werden sollte, ist hiernach die Vollkommenheit der Seele, der Mensch im. mystischen Stande der Wiedergeburt. Von einem nicht geringen Teil berühmter alchemistischer Schriften speziell der Zeit nach Paracelsus hat man es sehr wahrscheinlich gemacht, daß sie überhaupt keine chemischen Ziele verfolgen, sondern durchaus als An- Weisungen zum mystischen Werk des Menschen an sich selbst gedacht sind4. Das Rosenkreuzertum des 17. und 18. Jahrhunderts, das Zentrum der־ kabbalistisch-alchemistischen Mystik, ist ohne Zweifel in allem Wesentlichen eine mystische Bewegung, deren naturwissenschaftliche Tendenzen sich als Nebenprodukte ihrer Symbolik und symbolischen Praxis heraussteilen. Und gerade auf den sehr starken rosenkreuzerischen Einfluß geht die Durchsetzung der Identifikation der Kabbala mit Alchemie in der opinio communis Europas zurück.. Zuerst mit der Alchemie, wie sie die Rosenkreuzer verstanden: der Arbeit an der Herstellung des Goldes im Menschen, dann mit Alchemie schlechtweg. der Bibliographie der alchemistischen Titel aus und.ohne Kenntnis des wirkliehen Sachverhaltes, an der ihn schon seine Unkenntnis des Hebräischen verhindern mußte. Jedoch ist sein Material, auf das ich im 4. und 5. Abschnitt mehrfach zurückkomme, für unsere Untersuchung überaus wertvoll. '--■;.;’...■’ ■•^"Entstellung und Ausbreitung der Alchemie, Berlin 1919. Vgl. übrigens; seine Bemerkung daselbst p. 495. 2 Remarks upon Alchemy and the Alchemists, Boston 1857. (Geht zu weit.) Wertvoll in dieser Richtung sind auch Harleß, Jakob Böhme und :;die Alchymisten, Berlin 1870; A. E. Waite, Lives of Alchemystical Philosophers,. London 1888. Vgl. auch Köpp I, 252—54; II, 181- 3 Probleme der Mystik und ihrer Symbolik, Wien 1914. Ist ausschließ־ lieh diesem Problem der Alchemie gewidmet. Auch wenn die psychoanalytische ׳i-Meth6äö,;mit--der--es arbeitet, sich für die Geistesgeschichte als nicht ernstlich durchführbar erweist, bleibt das Buch im Einzelnen bedeutend und für den Religionshistoriker sehr wertvoll. 4 Daß das Gros der alchemistischen Literatur in der Tat chemische Ziele verfolgt und gefördert hat, wird davon nicht berührt. Bei manchen Autoren darf man auch annehmen, daß sie bewußt eine Koinzidenz des chemischen und mystischen Prozesses im Sinne hatten, was ich vor allem für die rosenkreuzerischen Chemiker glaube.

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