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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1925) · p. Seite 8

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1925)
Article
Aus der neuesten bibelwissenschaftlichen Literatur
Date
1925-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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dem auf der Flinders-Petrie- Stele verherrlichten Triumph Pharao Merneptahs über Israel. Er beruft sich darauf, daß die sprachliche -Form der Stammesbezeichnung auf eine nicht landsässige, sondern nomadisierende Völkerschaft zu schließen zwinge. Mag richtig sein. Dann stimmt wirklich, daß die. ägyptischen Könige die Siege, welche ihre Vasallen erfechten — und das mögen die dort genannten Amalekiter und Kanaaniter gewesen sein — sich ohne viel Genieren auf das höchsteigene Konto setzen. Es hat auch vielleicht eine gewisse Bedeutung, die Geschichtlichkeit jenes Berichtes darum wahrscheinlieh zu finden, weil sichs um eine israelitische Niederlage handelt und ein Volk eigene Niederlagen kaum erfinden wird. Aber trotzdem erscheint es nicht angängig, die versprengte Nachricht jenes Nu- Berichtes zum Ausgang der ganzen Chronologie und Geschichtskonstrüktion zu machen. Wir glauben, uns damit bescheiden zu sollen, daß die bisher vorliegenden ägyptischen Nachrichten konkreten Gehalts eine wesentliche Aufhellung der biblischen Berichte nicht bringen. Man wird es vielleicht auch für gewagt halten, wenn G. mit Früheren aus der biblischen Geschichte von den zehn Plagen genaue Anhaltspunkte entnehmen will, von der Art der Plagen und dem Charakter des ägyptischen Landes und Klimas zu einer genauen zeitlichen Bestimmung auf Monat und womöglich Woche vorzuschreiten. Zur Literatur über die Propheten übergehend, besprechen wir zunächst E. Sellin, das Zwölfprophetenbuch, übersetzt und erklärt. (Komm. z. A. T., hersg. v. E. Sellin, Bd. XII.) Deichert, Lpz. 1922. Wenn wir von Hiob absehen, so bietet wohl, was Textverständnis und Einzelerklärung anlangt, keine biblische Schrift dem Exegeten größere Schwierigkeiten als das Zwölfprophetenbuch; und keines hat den Scharfsinn und — die Phantasie der Erklärer mehr gereizt als dieses. Ich erblicke den Fortschritt der Leistung Sellins über die Vorgänger hinaus darin, daß er im allgemeinen diese Phantasie des Konjekturenmachens zu zügeln weiß. Indessen beobachten wir die Neigung zu häufigen Umstellungen von Versen oder Halbversen. gegenüber dem überlieferten Bestände, von deren Notwendigkeit die Gründe, soweit sie angeführt werden, nicht immer zu überzeugen vermögen, z. B. Joel 22a und b, Obadja 15a und b, Micha 12a und b und a. a. O. Vielleicht möchte auch da und dort ein Verzicht auf die Uebersetzung lieber gesehen werden als der Versuch, doch noch einen ,plausiblen Sinn aus offenkundig nur trümmerhaft überlieferten Textstellen zu gewinnen. Aber im ganzen muß man wohl sagen, daß Sellin mit einem relativ geringen Aufwand von Emendationen .für die Erklärung schwieriger Verse mehr erreicht als die bei weitem meisten seiner Vorgänger. Von den Ergebnissen, zu welchen der Verfasser die Ueberprüfung gewisser älterer exegetischen Ansichten führt, sei hier nur das eine hervorgehoben: Er tritt mit einer Minderheit von Forschern für die Echtheit der Heilsverkündigung Am 911*15 ein. Diese Entscheidung ist darum interessant, weil sie das .früher ziemlich allgemeine Vorurteil durchbricht, als ob derartige Glücksweissagungen samt und sonders nachexilisch sein müßten, sozusagen zum Requisit der ,,späten Ergänzer“ gehörten. Jede erfolgreiche Kritik an solcher exegetischen Dogmengläubig-

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