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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1925) · p. Seite 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1925)
Article
Aus der neuesten bibelwissenschaftlichen Literatur
Date
1925-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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beiden Brüdern, das uns auf dem Papyrus d’Orbiney im British Museum erhalten ist, mit ,der Potipharszene verglichen. H. zeigt, wie in den siebzig Jahren, seitdem dieses Märchen in Europa bekannt ist, die Stellung der Geiehrten zu diesem Stück ägyptischer Erzählung in höchstem Maße geschwankt hat; bald sollte es Vorbild, bald Nachklang der biblischen Geschichte gewesen sein, bald mit ihr überhaupt nichts zu schaffen haben. Heute wird im allgemeinen das ägyptische Märchen, wenn nicht als Vorlage betrachtet, so doch als Material, das der biblische Potipharerzähler zur Ausschmückung seines Berichtes benutzt hat. Dem gegenüber wird von H. mit Recht auf einige entscheidende Punkte aufmerksam gemacht, in denen sich die ägyptische und.die biblische Erzählung scharf voneinander abheben. — In nur 'losem Zusammenhang mit dem bisherigen fügt sich ein Schlußkapitel an, daß von den h a g g a - dischenUeberlieferungen über das Grab des J o s e p h handelt. M. Güdemann hatte in seinen religionsgeschichtlichen Studien auf gewisse Aehnlichkeiten der ägyptischen Osiris-Ueberlieferung mit den Spekulationen des Midrasch über Tod und Bestattung des Joseph aufmerksam gemacht. Horovitz glaubt, einen derartigen Einfluß ablehnen zu sollen. Auf dem Standpunkt von Harold M, Wieners ,,Büchertheorie“ steht I. S. Griffiths. Von ihm liegt eine kleine Schrift vor: the Exodus in the light of Archaeology (London, Scott 1923). H. Wace (von the Deanery, Canterbury) schickt eine Einleitung voraus, in welcher er der Bibelkritik gegenüber die Forderung erhebt, an dem historischen Charakter der Pentateuchberichte im allgemeinen,festzuhalten; es genüge die Annahme, die sich in den Texten findenden Schwierigkeiten und Widersprüche seien dadurch entstanden, daß die lange Ueberlieferungszeit hier Unordnungen geschaffen* habe, die durch verhältnismäßig leichte Aenderungen zu klären seien. Freilich geht auch Griffiths auf diese kritische Theologie nicht weiter ein; ihn erfüllen vielmehr die sachlich historischen Fragen von Israels ägyptischem Aufenthalt und dem Auszug aus Aegypten, ihre Bezeugung durch die biblischen und ihre eventuelle/ Bestätigung durch die erhaltenen ägyptischen Urkunden. Er glaubt dartun zu können, daß Israel, welches unter den Hyksos ins Pharaonenland einwanderte, von Ramses II. unterdrückt wurde und im ersten oder zweiten Jahre von dessen Nachfolger Merneptah (1233—2) das Land verließ. Den Ausgang für diese These bildet die Erwähnung Israels auf der Flinders-Petrie-Stele. Diese Anschauungen־, wenn auch nicht so genau präzisiert, werden hier nicht zum ersten Male verkündet. Doch scheint uns, weniger wäre mehr gewesen. Man soll nicht die Allwissenheit der ״Kritiker" nach der entgegengesetzten Seite fortsetzen, was dem Verfasser zum Vorwurf zu machen ist, wenn er aus den doch so ganz geringfügigen ägyptischen Zeugnissen zu seinen höchst speziellen Ergebnissen gelangt. Wir wollen hier nur auf einen, allerdings den entscheidenden Punkt hinweisen: In Nu 1439 ff. wird berichtet, daß die Israeliten, dem Befehl Gottes zuwider, einen Ansturm auf die Amalekiter und die Kanaaniter wagten, der mit der schweren israelitischen Niederlage ״bis gen Choana" endete. Diese Schlacht bei Chorma identifiziert G. mit

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