Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 69 (1925)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1925)
- Article
- Aus der neuesten bibelwissenschaftlichen Literatur
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Stammvätern eine besondere Eigenheit des P. C. sei. . Wenn Lohr nun'zeigt, wie das Wort im Widerspruch' zu den Erfordernissen der Theorie in verschiedenen Bedeutungen gebraucht wird, in der Mehrzahl der Stellen überdies als Zutat zu dem angeblichen P. C.־ Text;aufzufassen ist, dann fällt offenbar dieses kennzeichnende Wort als Stütze des P.-Systems hin. Ebensowenig soll ein weiterer Kronzeuge für ein eigenes Werk P. helfen, die Zahlenangaben und überhaupt die ganze Chronologie. Löhr hält diese so wenig für das eigentliche Rückgrat des P. C.-Berichtes, als den Rahmen seiner ganzen Geschichtserzählung, daß sie ihm vielmehr zum großen Teil eher in die ursprüngliche Geschichte eingearbeitet erscheinen. Und was schließlich den Zusammenhang der P. C.-Stücke und ihre Verschmelzung mit den älteren Schriften von J. und E. angeht, so erscheint es ihm ungereimt und überhaupt unerklärlich, wie weite Strecken der Genesiserzählung bar jeder dringend zu erwartenden Aeußerung dieser Quelle sein, andere deren Existenz lediglich durch einen einsamen Vers oder Halbvers verraten sollen. ,,Wie stellt man sich die Arbeitsweise dieses R. vor? — Nahm er wie ein Maler die Farben von der Palette, so die Sätze und Satzteile aus den vor ihm liegenden Quellenschriften und fügte jene aneinander?“ Die exege־ tischen Proben, die Löhr an ausgedehnten Partien der Abrahamerzählung vornimmt, führen zu den gleichen Ergebnissen: ,,Die Zusammenhangslosigkeit der angeblichen P.-Stellen macht es unmöglich, zu glauben, daß hier je ein einheitlicher Text bestanden habe.“ ,,Diese sogenannte Dokumentenhypothese gräbt sich m. E. selbst das Grab durch.die Voraussetzung der Nichteinheitlichkeit der von ihr angenommenen Quellenschriften, die sie macht und machen muß. Sie braucht zum Zustandekommen jeder einzelnen Quellenschrift, wie zur Vereinigung dieser Quellenschriften miteinander ein Heer von Redaktoren, welche sie gelegentlich noch mit gar nicht unerheblicher geistiger Armut belasten muß, damit das tatsächlich vorhandene Schrifttum auf diesem Wege zustande komme. Nun bin ich allerdings weit entfernt, zu meinen, daß unser pentateuchisches Schrifttum nicht das Ergebnis eines komplizierten literarischen Prozesses sei, gewiß sind nach Esra noch Einschaltungen in den Text erfolgt, wie z. B. das ganze chronologische Netz, das über die Genesis ausgebreitet ist, ..es sind endlich Aenderungen und Glossierungen im Detail erfolgt.. Leider begnügt sich Löhr mit einigen• wenigen Andeutungen darüber, wie er sich nun ־— positiv — den Pentateuch entstanden denkt, aber wir dürfen hoffen, daß diese Versäumnis in weiteren Stücken seiner Untersuchungen zum Hexateuchproblem nachgeholt wird, von denen das vorliegende nur den Anfang darstellt. Auf das Ganze des Pentateuchproblems ist die Untersuchung von A. Sanda gerichtet: Moses und der Pentateuch (Alttest. Abhdlgn., hersg. v. J. Nikel) Münster!. W., Aschendorff 1924. Der überall zutage tretende kirchlich katholische Standpunkt des Verfassers, dem die alttestamentliche Offenbarung eine unaufhebbare Grundlage der eigenen religiösen Ueberzeugung bildet, *macht einige grundsätzliche Bemerkungen notwendig. Man kann dem zustimmen, daß der Sinn des überweltlichen persönlichen Gottes notwendig