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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1925) · p. 1

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1925)
Article
Aus der neuesten bibelwissenschaftlichen Literatur
Date
1925-01-01
Page
1 (sequence 1)
Language
German
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Aus der neuesten bibelwissenschaftlichen Literatur. Von M. W i e n e r in Stettin. Wir haben im folgenden eine größere Anzahl von Büchern und Schriften aus den letzten Jahren anzukündigen, in denen die O ppos i t i o n gegen die kritische Schule immer mehr in den Vordergrund tritt. Während auf der einen Seite Werk auf Werk erscheint, das auf den Ergebnissen der kritischen Anschauungen beruhend, den positiven Aufbau nach der literar- und religionsgeschichtlichen Seite hin fortsetzt, mehren sich die Stimmen, die immer dringlicher eine grundsätzliche Nachprüfung der Fundamente verlangen1. Wenn es freilich dem vereinten Ansturm der von mannigfachen Lagern herbeieilenden Feinde noch nicht gelungen ist, die Dokumententheorie in der Geltung der meisten Forscher aus den Angeln zu heben, so trägt daran vornehmlich die Tatsache Schuld, daß die Kritik der Kritik wohl zahllose Schwierigkeiten und Wider- Sprüche jener Thesen aufgedeckt hat, daß es aber bisher nicht entfernt geglückt ist, eine positive Theorie an deren Stelle zu begründen. Denn bei weitem die meisten Opponenten wollen ja nicht die traditionelle Auffassung an die Stelle der zu stürzenden ,,kritischen“ setzen; sie haben vielmehr zumeist gegen die dogmatisierte Ueberlieferung ihre Bedenken, und so finden wir wohl Ansätze, der Schwierigkeiten auf anderem Wege Herr zu werden, aber über bloße Ansätze hinaus ist diese Antikritik noch nicht gekommen. Wenigstens hat noch kein neuerer Versuch verbreitete Anerkennung gefunden. Da also, wie es scheint, die Wissenschaft lieber bedenkliche öder selbst widerspruchsvolle Hypothesen toleriert, ehe sie ihr vorläufiges oder endgültiges Unvermögen zur Lösung gewisser höchst wichtiger Fragen eingesteht, dürfte für eine ganze Weile noch der Glaube an jene kritischen Aufstellungen fortbestehen, bis der große Wurf einer neuen Fundamentierung gelingt. Einen Frontalangriff unternimmt eine kleine Schrift von M a x Löhr, der Priesterkodex ,in der Genesis (Beihefte zur Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft, 38, Gießen, Töpelmann 1924). Er wendet sich gegen die Annahme, daß die von der Kritik herausgehobenen P. C.-Stellen in der Genesis jemals eine selbständig gewesene Quellenschrift dargestellt haben. Gerade in der Nachspürung auf diesen P. C. hat bekanntlich der Sprachgebrauch eine erhebliche Rolle gespielt; und schon Erdmanns hat die aus diesem Moment hergeleiteten Gründe auf ihre eigentliche Geltungskraft zurückgeführt. Löhr beschäftigt sich, im Zusammenhänge damit, besonders mit dem Worte תולדות, das für die Anhänger der Quellentheorie einen Pfeiler ihrer Anschauungen bildet, gemäß 1welcher eine bestimmte Genealogie von Ur- und 1 Vgl. auch die drei Schriften von M. Kegel, Die Kultusreformation des Josia; Die Kultusreformation des Esra; Los von Wellhausen, die im 67. Jahrgang, 8. 220 ff. dieser Zeitschrift besprochen wurden. Monatsschrift, 69. Jahrgang. 1

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