Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 68 (1924)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 81 (sequence 14)
- Language
- German
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Stelle TMeg 421 beweist gar nichts. Sie sagt uns bloß, daß man den ׳וקנים Ehrenplätze zuwies, sie sagt aber^ nicht, daß diese darauf ausgingen. Es gilt auch jetzt als selbstverständlich, daß der Rabbiner in der Nähe des ארון הקדש sitzt, in manchen Orten gleich dem übrigen Publikum פניו כלפי הקדש, in anderen, wie damals die וקנים saßen, פניו כלפי העם ואחוריו כלפי הקדש. Es ist sein amtlicher Sitz. Hat das mit Bescheidenheit oder Hochmut etwas zu tun? Es kommt eben darauf an, wie man eine Sache betrachtet. Wenn S. 916 die Worte gebraucht werden ״Platzordnung, die die Gelehrten beobachteten‘6, so muß man fragen, was den Verfassern das Recht zu dem Nebensatze eingeräumt hat? Dieser müßte lauten: ,,welche die Synagogenverwaltung als selbstverständlich innehielt‘6. S. 921 wird mit Bezugnahme auf Mt 23ls R. Chijja bar Abba als Heuchler hingestellt, weil ei* eine kinderlose Witwe, die der Bruder des verstorbenen Mannes als Levir durchaus heiraten wollte, obgleich er der Schwägerin höchst unsympathisch war, von der ihr drohenden Gefahr einer unglücklichen Ehe dadurch befreit hat, daß er den Levir durch eine"List veranlaßte, die Schwägerin die Zeremonie des SchuhausZiehens vornehmen zu lassen. Hat R. Chijja solches durch seine Tat verdient? Der zum Besten gehaltene Levir wandte wohl auf ihn die Worte an: ,,Weise sind sie, um Uebles zu tun, aber Gutes zu tun verstehen sie nicht66, seine Schwägerin jedoch wird sicherlich in dem Rabbi ihren Wohltäter gesehen haben. Die gleiche Objektivität wie in dem bisher Angeführten schimmert mehr oder ,weniger auch an einigen anderen Stellen durch, auf die hier nur kurz eingegangen werden soll: S. 212 unter c Anfang wird zu Ps 1 15ל bemerkt: ״aus dem Todesschlafe beim Auferstehen der TotenVgl. dazu Bb 10a (zitiert 207 unter b), wo nach R. Eleasar בהקיץ sich auf den gegenwärtigen Augenblick, auf das Behauen Gottes in diesem Leben, bezieht. — S. 284 zu Mt 521 wird bemerkt: ״Eine Unterbrechung der Opferhandlung aus einem Grunde, wie ihn Mt 523f, enthält, kennt die Halakha nicht. Das mag sein; nur bringt das Opfer keine Sühnung. Siehe die auf der gleichen Seite oben zitierte Stelle BQ 9la. ־— S. 317. TJeb. 84 ist zweifellos textlich nicht einwandfrei, da Gn 16, das Gegenteil beweist, daß er nämlich die unfruchtbare Frau nicht zu entlassen braucht. — Ibidem. Außer Keth 77 hätte auch 78 zitiert werden müssen, da die letztere Mischna das in der ersteren Gesagte einschränkt. — S. 710, Z. 13 von unten: (״Also die Verwünschung allein der Mutter macht nicht schuldig“׳). Das stimmt nicht. R. Aqiba bezieht sich nur auf einen Proselyten, wo kein חיוב האב vorhanden ist. Bei einem Israeliten sind alle der gleichen Meinung, daß die Verwünschung der Mutter allein schuldig macht. Nun noch einige Stellen, die erhärten sollen das bereits Gesagte, daß bei aller Zuverlässigkeit eine Nachprüfung zweifelhafter und namentlich der halachischen Stellen notwendig ist: S. 3 unten: לעולם״ nach Qid. 77a auf drei Geschlechter66. Qid. 77a besagt das Gegenteil, daß unter לעולם in der Mischna nicht bloß drei Geschlechter gemeint sind. — S. 54: ״Träume in den Sabbatnächten haben nichts zu bedeuten66. Aus der Belegstelle Joma 83b ergibt sich das Gegenteil. Die Worte R. Me'irs sollten den Mann davon abhalten, nach dem Traume zu bandeln, waren also nur eine List. — S. 92 f. Die Worte דאמר רחמנא מייחיכן עלייהו מלבא דקליל כי טביא,,(Keth lila) sind kein Zitat, sondern Deutung «des Verses Ez 2620 ונתחי צבי באי־ץ חיים. Mit דאמר רחמנא sind eben diese Worte gemeint. —** S. 111 Anmerkung. Es handelt sich nicht um ein Entweder—Oder, sondern nach R. Safra waren alle drei dort Genannten anwesend. Denn daraus wird ja gefolgert: גר צריך שלשה. — S. 163 unten: ״Unentgeltlich seid ihr verkauft worden“. Diese Uebarsetzung ist nicht im Sinne der Bar. Diese deutet חנם nichtig. בחנם נמכרתם heißt somit ״durch Nichtiges; nämlich wegen der Anbetung nichtiger Götter, seid ihr verkauft worden66. — S. 497 unter b gegen Ende: ״Wenn ״Wahrheit‘6, wozu dann noch ״aufgezeichnet66 und wenn ״aufgezeichnet‘6, wozu dann noch ,,Wahrheit66? Die Uebersetzung ist nicht richtig und bietet auch kein klares Verständnis. Der Sachverhalt ist folgender: אמת״ wahr‘6 deutet auf etwas bereits Feststehendes, Vollendetes hin, רשים jedoch heißt ,;vorgemerkt, in der Art einer bloßen Nötii; -aufgezeichnet“. Die Frage; läutete also, wie könne man von ein und; derselben Sache zwei Dinge aussagen, die einander widersprechen. — Monatsschrift, 68. Jahrgang. 6