Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · Heft 1 · p. Seite 21

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
68 (1924)
Issue
Heft 1
Article
Ein Lebenswerk
Date
1924-01-01
Page
Seite 21 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2829132-2829921-2829923-2848556--45556-2848612
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

21 somit keine semitische Kulturpflanze ... Das griechische 'podov\ in älterer Form ßpödov (noch Sappho schrieb das Wort mit dem Digamma), die Rose, und Xeipioy, die Lilie, sind ursprünglich iranische Wörter“ . . , Auf keinen Fall ist also ודד semitisch (sind doch überhaupt wenig Worte da, die im Semitischen mit ד beginnen), und ob es nun ״iranisch“ oder ״griechisch“ ist, ist nur ein Streit um Worte. Da die Mischna doch nicht ohne weiteres ״iranische“ Worte ' entlehnt, warum sollte nun ורד, das von ßpodov semitisiert sein kann, nicht als ״griechisches“ Lehnwort bezeichnet werden können? L. findet es unklar, warum Israel Isserlein sich an den zehn Bußtagen des Safrans enthielt (Leket jöger I, 19)1. Ich glaube, daß die Schreibung זעפרן «(jüdisch, syrisch, arabisch) daran schuld ist; mit der deutschen r und der hebr. Endung (ä la רגזן) bedeutet das: der Zürner und an Gottes Zorn sollte man doch in den zehn Bußtagen nicht gemahnt werden! Vgl, was L. (S. 53) in Bezug auf!אגו Nuß חטא beibringt. Das Vorgebrachte mag übrigens als Beispiel dienen, wie L. in alle Ecken und Enden unserer Literatur hineinleuchtet. קטן. וגדול שם הלא (Hiob 319). Mit der Etymologie von אגוד Nuß plagt sich L. sehr und erklärt (S. 29): ״Semitisch ist das Wort nicht“. Bei Gesenius wird angenommen, daß es persisch sei, obzwar ein Beleg dafür fehlt. Ich lasse dies alles in dem einzelnen Fall gern gelten, aber im allgemeinen muß ich mit J. Barth (den L. bei einer anderen Gelegenheit S. 84 Anm. 1 anführt) sagen: ״Da wir auch die Etymologie zahlreicher anderer Gewächse, z. ־B. Jiitta, t’ena, nicht wissen, brauchen wir uns wohl auch hier über unser Nichtwissen nicht zu wundem“. Lediglich ein Nichtwissen ist es wohl, wenn wir in der Pijjut- Formel אשר צג אגוז בגן, die von L. auf S. 55 f. eingehend besprochen wird, die ״Nuß“ nicht gehörig deuten können, und ich halte es für gewagt, gegen die gut bezeugte Lesart אגוז das unpoetische דוג Paar einsetzen zu wollen2. Letzteres Wort ist nur aus der Variante ורב (א)גוו entstanden, nicht zu verwundern bei einem geonäischen Text, in dessen Zeit und Umgebung das Wort nicht mit 'א anlautete, sondern (syr., pers., arab.) ■guz gesprochen wurde. Auch der Sinn ist nicht unerforschlich, denn der Pijjut hat אל גנת אגר Hl. 6u einfach auf das pj p gedeutet, und auf dem Hoheliede beruhen auch die anderen poetischen Wendungen des Stückes: .מעין חתום, שושנת העמקים (nur אילת אהבים stammt aus Spr.?19V und wenigstens die Nuß ist soweit gar nicht ״realistisch“, da sie einfach ein Mittel ist, den Paradiesgarten zu bezeichnen. Löw sieht sehr, wohl, daß die ganze aggadische Deutung der Nuß und deren Allegorisierung nur von jenem Nußgarten des Hoheliedes ausgeht; dabei zieht er bei weitem nicht alles an, was in diesem Belange im Midrasch vorgebracht wird; das hätte eben zu weit geführt. Aber indem er aus Sir R. z. St.שחוק לתינוקות־ anführt, sollte meines Erachtens ״ שעשוע למלכיםErgötzen für Könige“, welches 1 So zitiert L. Seite 20. Das ist ein Druckfehler; lies 129 und vgl. bei Löw S. 25. < 2 L ö w ürgiert-צג, das sich auf Personen beziehen soll. Aber all die Geonim, die אגוז lasen und erklärten, haben das nicht empfunden — und sie hatten Recht.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.