Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 68 (1924)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Ein Lebenswerk
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 3)
- Language
- German
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19 dafür, daß man nicht arbeiten kann. Letzteres hört man gar oft von Rabbinern, die in der Provinz amtieren und die sich mit den! Mangel an Büchern und dem Fehlen der ־wissenschaftlichen Anregung entschuldigen, daß sie n i c h t arbeiten, und dennoch sind die Rabbiner, bis auf die paar Professoren an jüdischen Hochschulen, die einzige gelehrte Schicht in unserer Mitte, von der wir mit Fug' den Ausbau der jüdischen Wissenschaft erwarten dürften. Aus dem reichen Inhalt, des vorliegenden Buches kann ich in diesem Aufs atze nur wenig vorführen. Wollte ich den ״Inhalt“, wie allgemein üblich, an der Hand des Buches selbst angeben, so müßte ich eine Unzahl von botanischen Fachausdrücken hierherstellen, die dem Leser, des bin ich überzeugt, wenig frommen würden. Sind wir doch alle — ich meine gleich mir Männer des rabbinischen Faches -יin der Lage, Löw — nicht folgen zu können. Ich will auch im vorliegenden Artikel nicht so sehr eine Besprechung von L ö w s neuestem Werke, als vielmehr eine Würdigung L ö w s selbst geschrieben haben. Ich fühle mich inkompetent, L ö w s Identifikationen nachzuprüfen, denn weder kenne ich zur Genüge die Pflanzen selbst, von denen gesprochen wird, noch verfüge ich über die nötigen Mittel an Sprach- und Literaturkenntnissen, um den Stand und die Lösung der Frage beurteilen zu können. Nur den allgemeinen Eindruck, den wohl jeder Leser des Buches gewinnen muß, kann ich wiedergeben: eine Fülle der Erkenntnis, der not w e n d i gen Erkenntnis, ist hier freigiebig ausgestreut worden. Es ist erstaunlich, was noch in der Pflanzenkunde der Bibel unsicher, ja falsch war; wie erst in dem Gestrüpp von Talmud und Midrasch, wo Sachen und Worte verletzt und gebrochen uns entgegentreten. Schonungs? los deckt Löw die Irrtümer auf, die bei Exegeten, Halachisten, Philologen und Naturforschern , aus Unverstand, Flüchtigkeit und Verkehrtheit der Methode in der Feststellung der besprochenen Pflanzen anzutreffen sind, und gar viele sind es1, die er rechts und links an seinem Wege als Gefallene zurückläßt. Kurz gesagt : רבים חללים הפיל. Er tut das mit vornehmer Ueberlegenheit, würdevoll und nie verletzend. Darum lernen wir so gern von ihm. Ich bin überzeugt, daß er nicht nur durch direkte mündliche und schriftliehe Belehrung viele Mitforscher zu besserer Erkenntnis geleitet^ sondern schon durch die Exaktheit seiner eigenen Schriften viele zu einer besseren Forschungsmethode bewogen hat. Ich bekenne, daß seit 1898, da der erste Band meines ,,Lehnwörter“ erschienen ist, an dessen zweiten Bande er bereits tätigen Anteil genommen hatte, bis zum heutigen Tage, da ich unausgesetzt die Ehre habe, mit ihm verbunden zu sein, ich sehr viel von. ihm gelernt habe, und ich glaube, daß diese Art Einfluß, den L ö w auf seine Zeitgenossen geübt hat, sehr zu seiner Würdigung gehört und jedenfalls nicht verschwiegen werden soll. II. Ich komme nun zum eigentlichen Inhalt des L ö w ' sehen Werkes und hebe daraus hervor, daß lebenswichtige, zum großen Teile schon in der Bibel genannte Pflanzen, wie /]!אהלים! כצל; קנמ 1 In vielen Punkten gilt das auch von mir. 2*