Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 68 (1924)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Philipp Bloch
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
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14 Arbeit alle trennenden Gegensätze zu vergessen, Ein Kabinetstück literarischer Würdigung ist das Gedenkblatt, das er in dem Jahr?• buch für jüdische Geschichte und Literatur 1921 den Manen Adolf Jellineks widmete. Während er sich über seine wissenschaftliche und Editionstätigkeit mit offener Kritik äußert, spricht er in Tönen höchster Begeisterung von seiner homiletischen Kunst. So hat er die Erinnerung an sein ״Zusammentreffen mit Jellinek aus seiner Jugendzeit in verklärendem Schein in sein hohes Alter hineingetragen. IV. Mit der Ausbreitung von Blochs wissenschaftlichem Ruf trat immer häufiger die Nötigung an ihn heran, seine Kenntnisse und seine Arbeitskraft in den Dienst der geistigen Organisationen der deutschen Judenschaft zu stellen. Seit der Gründung der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums gehörte er ihrem Ausschüsse an und trat 1910 als Schriftführer in ihren engeren Vorstand ein. Zu seinen besonderen Verdiensten ist seine Mitarbeiterschaft in der Kommission für die Germania judaica zu rechnen.. Das Wohl der Gesellschaft lag ihm bis in sein hohes Alter am Herzen, und noch einen Tag vor seiner Erkrankung brachte er ein wissenschaftliches Gutachten für sie zum Abschluß. Sehr willkommen war es, daß seine Erfahrungen auf archi-- valischem Gebiet bei den organisatorischen Arbeiten für. das 1905 in Berlin gegründete Gesam t a rchiv der deutschen Juden nutzbar gemacht werden konnten. Er war bis an sein Lebensende einer der eifrigsten Mitglieder des Kuratoriums und stellte den Beamten des Archivs für die Verwaltung und wissenschaftliche Erschließung desselben seinen sachverständigen Rat und seine Hilfe stets zur Verfügung, Bald nach der Gründung der Ak ad emiefürdie Wissens c ha ft des J u~d e n t u m s trat er in den Vorstand ein und hat diesem jungen Unternehmen ganz besonderes Interesse zugewandt. Gerade weil die Akademie in mancher Beziehung neue Wege zu gehen bestrebt war, war es von lJVert, daß er die Tradition der jüdischen Wissenschaft in ihr darstellte. Er. ging mit lebendigem Verständnis auf alle neuen Anregungen ein und hat zugleich durch seine ruhige und besonnene Kritik klärend gewirkt. Die im Forschungsinstitut der Akademie angefertigten Arbeiten hat er zum Teil begutachtet und selbst vielfach Anregungen zu neuen Studien gegeben. Freudige Genugtuung gewährte es ihm, daß es ihm gelang, mit der Akademie zu einer Vereinbarung zukommen, nach welcher seine wertvolle jüdische Bibliothek nach seinem Ableben in deren Besitz übergehen sollte.