Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 68 (1924)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Philipp Bloch
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
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12 battanten im polnischen Heere züsammenstellen (M. 1), in den Grodbüchern des Posener Staatsarchivs entdeckte er eine Posener . Urkünde , zur Geschichte des Talmuds in Polen von 1553, worin der König Sigismund August die polnischen Juden beim Druck des Talmuds gegen Angriffe der. Konvertiten schützte (Z. 4). Großes und allgemeines Aufsehen erregte es, als er in denselben Grodbüchern ein Breve Pauls III. vom Jahre 1540 fand, in dem die BhitbeschuldL gung als unbegründete Verleumdung verurteilt wurde (Oesterreichische Wochenschrift 1900). Durch diesen Fund wurde die bis dahin allgemein geltende Ansicht widerlegt, daß die Kurie seit dem Blutprozeß von Trient 1399 ihren Widerspruch gegen die Blut-־ beschuldigung aufgegeben habe. Eine besondere Gruppe der hierher gehörigen Arbeiten, von denen nur die wichtigsten genannt werden können, bilden diejenigen, die sich mit der Geschichte der Posener Juden in den ersten Jahrhunderten der preußischen Herrschaft beschäftigen. Es regte Blochs Forschergeist lebhaft an, zu beobachten, wie sich aus dem alten vom Talmud beherrschten Ghetto unter dem Einfluß des deutschen Geistes und der von Berlin herüberströmenden Mendelssohnschen Aufklärung modernes Leben und Denken Bahn brach. Im Jahre 1893, dem Säkularjahre der Einverleibung des Posener Landes in den preußischen Staat, unternahm es die Historische Gesellschaft, ein Sammelwerk ״Das Jahr 1793. Urkunden und Aktenstücke zur Geschichte der Organisation.Südpreußens“ herauszugeben. Unter den zehn Mitarbeitern für die verschiedenen Verwaltungszweige befand sich auch Bloch, dem die Bearbeitung des Judenwesens Überträgen/wurde. Seine Darstellung gibt ein lichtvolles Bild des Zustandes der Juden im Lande beim Uehergang an den preußischen Staat, ihrer Beteiligung bei der Huldigung und der Aeußerungen ihrer patriotischen Gesinnung beim ersten Besuche des Königs Friedrich Wilhelm II. Es folgt die Schilderung und Kritik der ersten organisatorischen Maßregeln der neuen Regierung und die Entwicklung der Grundgedanken des Ministers v. Voß über das Judenwesen, welche nach Blochscher Auffassung für das spätere General-Judenregiement für Südpreußen und Neuostpreußen vom 17. April 1797 maßgebend waren. Den Schluß bilden sehr geschickt ausgewählte urkundliche Beilagen aus den Archiven und gleichzeitigen Drucken. Tief in den Kampf hinein zwischen der alten und der neuen Richtung innerhalb des Posener Ghettos während der ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts führt die Abhandlung: ״Die ersteh Kulturbestrebungen der jüdischen Gemeinde zu Posen unter preußischer Herrschaft“ in der Jubelschrift zum 70, Geburtstag von Grätz 1887./ Den Hauptnachdruck legt die Arbeit auf die Schilderung des;