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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · Heft 1 · p. 1

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
68 (1924)
Issue
Heft 1
Article
Philipp Bloch
Date
1924-01-01
Page
1 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Philipp Bloch. Von A. Warschauer1. I. Am 3. Februar 1923 starb zu Berlin eine der bedeutendsten und führenden Persönlichkeiten der deutschen Judenschaft, der frühere Rabbiner der Posener Brüdergemeinde, Professor Dr. Philipp Bloch. Durch seine Rednergabe, seine Frömmigkeit, Milde und Herzensgüte eine Zierde seines geistlichen Berufes, war er an fast allen wissenschaftlichen Organisationen des deutschen Judentums in leitender Mitarbeiterschaft beteiligt. Auf zwei getrennten Gebieten des Wissens, dem der jüdischen Religionsphilosophie und der Geschichte der Juden Polens und Posens, kann,er als eine der ersten Autoritäten seiner Zeit angesprochen werden. Bloch war durch Geburt, Erziehung und den größten Teil seiner beruflichen Tätigkeit dem deutschen Osten zugehörig. Er war in dem oberschlesischen Städtchen Tworog am 30. Mai 1841 geboren. Sein Vater starb schon vier Jahre später; seine Erziehung leitete der Bruder seiner Mutter, Rabbiner Israel Deutsch zu Beuthen. Einer in Schlesien weitverbreiteten Rabbinerfamilie angehörig, und in kinderloser Ehe mit seiner Frau Bertha, geh, Hayn, lebend, nahm sich der Oheim des Neffen väterlich an. Von ihm rührt Blochs frühzeitig gewonnene Neigung zur Theologie, die er hier allerdings in der Form der strengsten Orthodoxie kennen lernte, her. Noch in seinen letzten Lebensjahren sprach er gern von der Liebe, die er in dem Rabbinerhaus von Beuthen gefunden hatte. Im April 1856 kam er nach . Breslau in die Obersekunda des Matthiasgymnasiums. Die Leistungen des jungen Gymnasiasten erregten bei seinen Lehrern allgemeines Aufsehen. Aber gerade dieser Umstand, machte in frommen Kreisen das Gerücht rege, daß der junge Mensch durch seine leichten Erfolge in den weltlichen Wissenschaften seiner Fröim migkeit abspenstig gemacht werden könne, und als dieses Gerücht nach Beuthen gelangte, erschrak seine Tante so, daß sie ihn nach halbjährigem Besuche der Unterprima kurzerhand vom Gymnasium abmeldete. Charakteristisch für Bloch ist es, daß er. befreundeten Männern, die ihm ihr Bedauern aussprachen, erwiderte, dieser Wechsel erschrecke ihn nicht, da ihm seine Bücher blieben. 1 Für die religionswissenschaftlichen Teile dieser Biographie hat Herr Professor Dr, Julius Guttmann seine Mitarbeiterschaft zur Verfügung gestellt״ Monatsschrift, 68. Jahrgang.

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