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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1923-01-01 · Heft 1-3 (Januar 1923) · p. Seite 55

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
67 (1923)
Issue
Heft 1-3 (Januar 1923)
Article
Quellen zur Geschichte der Juden Großrumäniens
Date
1923-01-01
Page
Seite 55 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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55 bildeten; ln größeren Massen dürften sie nach dem heutigen Rumänien während der Regierung Justinians (527—565) gekommen sein. Seine speziellen Judengesetze zwangen, sie zur Auswanderung. Ein drakonisches Gesetz verfügte, daß, alle Juden (Ketzer) von der Erlangung eines Ehrenamtes ausgeschlossen bleiben. ,,Sie sollen das Joch tragen, wenn sie auch darunter seufzen, aber der Ehre sollten sie unwürdig gehalten sein.“ Ein jüdischer Zeitgenosse Justinians charakterisiert den Herrscher mit folgenden Worten: ״Wie der abgedrückte Pfeil nicht wahrgenommen wird, bis er das Herz getroffen, so geht es mit den Dekreten Esaus (Byzanz).“ Seine Verordnungen bezüglich des Gottesdienstes machten die Lage der Juden im Lande unmöglich, weshalb es viele vorzogen, in das Gebiet jenseits der Donau auszuwandern. Ein Teil der heutigen Juden Rumäniens dürfte von den palästinensischen Juden abstammen, welche noch vor der Zerstörung des jüdischen Staates sich auf dem Balkan ansiedelten. Andererseits muß auch die Geschichte der Chazaren in Erwägung gezogen werden. In der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts traten das Chazarische Königshaus und das ganze Volk zum Judentum über. Sie waren ein finnischer Volksstamm, der an der Wolga ein Riesenreich begründete. Die Hauptstadt war Itil (Astrachan). Die Chazaren unterwarfen die Perser, überstiegen den Kaukasus und besiegten die Armenier. In kurzer Zeit kamen die Herrscher Kiews und das bulgarische Volk unter ihrer Botmäßigkeit. Die Byzantiner lebten in beständiger Angst infolge ihrer Nachbarschaft. Sicherlich kamen die Chazaren auch mit den Juden der Moldau und Walachei in Berührung. Die arabischen Geographen und Geschichts- Schreiber aus dem 9. Jahrhundert, besonders Ibn Fadian, Istachri und Ibn Hausquall berichten von Handelsbeziehungen der Juden mit den Chazaren. Es bleibt dem Anthropologen und Rassenforscher anheim gestellt, in manchen Typen der rumänischen Juden mongo- Usch-finnische Merkmale festzustellen. ' ל In der Zeit der Juden Vertreibungen aus Spanien 1492 war das heutige Rumänien ein türkischer Vasallenstaat. Die spanischjüdischen Emigranten fanden im türkischen Reiche ein gastlich Dach. Ein Teil ging über den Gibraltar nach Afrika, der andere über Italien nach der Balkanhalbinsel. Sie ließen sich auch im heutigen Rumänien nieder und haben ihre Sprache bis heute bewahrt. Sie sind bekannt unter dem Namen ״Spaniolen oder Sephardim“ und wohnen in der Walachei und in der Dobrudscha. Ueberdies dürften viele Juden vom linken aufs rechte Donauufer zur Zeit der bulgarisch-rumänischen Personalunion unter Petra

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