Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 67 (1923)
- Issue
- Heft 1-3 (Januar 1923)
- Article
- Quellen zur Geschichte der Juden Großrumäniens
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 3)
- Language
- German
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56 und Asan (1186) gekommen sein. Die damalige Hauptstadt des Reiches war Tärnova. Im Jahre 1489 wird die Moldau unter Stefan cel Mare und im Jahre 1417 wird die Muntenie unter Miroea cel Baträn türkischer Vasallenstaat. Juden aus der Türkei kommen in die Fürstentümer, wo sie bereits zahlreiche autochtone jüdische Familien. vorfanden. Unter Stefan dem Heiligen (997 —1038) kam Siebenbürgen an Ungarn,, wohin Juden aus Deutschland eingewandert waren. Der russische Einfluß machte sich schon im 17. Jahrhundert unter der Regierung des Voevoden Vasile Lupu (1634—1653) bemerkbar. Damals scheinen viele Juden aus der Ukraine, von den Horden des Bogdan Chmielnitzki verfolgt, in die Moldau gekommen zu sein. Konkretere Formen, nahm der russische Einfluß unter Peter dem Großen an. Der Herrscher der Montenia Constantin Brancoveanu und der Herrscher der Moldau Dimitrie Cantimir schlossen im Jahre 1711 einen Geheimvertrag mit Rußland. Der russische Einfluß nahm in der Folgezeit derart zu, daß die Fürsten- -tümer von den russischen Truppen besetzt wurden. Damals kamen viele russische Juden ins Land. Im Jahre 1812 kam Bessarabien an Rußland und teilte die Geschicke dieses Landes über ein JahrhunderL Aber auch der polnische Einfluß machte sich bemerkbar. Schon unter Alexander cel Bun (1400—1432) versucht Polen die Moldau durch einen Geheimvertrag mit Ungarn zu gewinnen. Im Jahre 1600 hatte der geniale, polnische General Zamoisky die Moldau besetzt und in der Muntenia seinen Vormarsch bis nach Plojesti fortgesetzt. Polnische Juden kamen schon früher als Kaufleute ins Land, wo sie sich auch dauernd nieäerließen. Die Lage der Juden in Rumänien war auch durch den jüdischen Herzog Don Josef von Naxos (1566—1590), der einflußreichsten Persönlichkeit in Konstantinopel, begünstigt. Wilhelm von Oranien, Kaiser Ferdinand von Oesterreich, König Siegesmund August von Polen und die rumänischen Wojwoden buhlten um die Gunst des jüdischen Herzogs. Um diese Zeit trieben die Juden einen schwungvollen Handel und hatten überall ihre Niederlassungen. Sie waren die Vermittler zwischen dem Morgen- und Abendlande. Sie hatten in Don Josef von Naxos einen mächtigen Protektor bei der hohen Pforte, in dem Leibarzt Isak Hispanus am polnischen Hofe. Im allgemeinen kann gesagt werden, daß die Juden Groß- Rumäniens sich aus einem. palästinisch-byzantinisch-russischen, einem polnisch-deutschen und einem spaniolischen Elemente zusammensetzen.