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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1923-01-01 · Heft 1-3 (Januar 1923) · p. Seite 34

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
67 (1923)
Issue
Heft 1-3 (Januar 1923)
Article
Die Lehre vom Heiligen Geist im Judentum und in den Evangelien
Date
1923-01-01
Page
Seite 34 (sequence 9)
Language
German
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34 Jesu mit prophetischer Kraft konnte man sich ja auf die Wundererzählungen berufen. Wenn aber .solche Wirkungen aus der Erfüllung der Maria mit heiligem Geiste zu erklären sind, so muß auch Johannes, der ,,Elias“1 des Messias, gleichfalls vom Mutterleib an unter der Wirkung des Geistes gestanden haben: die Verdoppelung der Geburtsgeschichte, die den außergewöhnlichen Charakter der Geburt Jesu ganz in den Hintergrund schiebt, ist also die notwendige Folge der Auffassung vom Geiste. ' * Die Prüfung des synoptischen Geistbegriffes auf seine Be- Ziehungen zu jüdischen, hellenistischen und heidnisch-orientalischen Vorstellungen lehrt uns zunächst, uns in die Seele der Leser der Evangelien versetzen. Sie zeigt uns, daß zwar solchen Juden, die vom hebräischen Sprachgeist beherrscht waren, die Mythen von der Taubengestalt des Geistes und seiner Zeugungskraft auch sprachlieh fremd klingen, dagegen dem mit der Mysteriensprache vertrauten Griechen alles verständlich sein mußte; auch der Ausdruck heiliger Geist. mußte ihm zwar ungewohnt, aber nicht sprachwidrig klingen; so «gewiß in der Beschränkung der Geist- Wirkung auf fromme Menschen jüdischer Einfluß liegt, so wenig konnte dies rein negative Merkmal den Griechen stören; das Pneuma als Träger der Inspiration und der Extase war ihm vertraut; von zeugenden Geistern und von Seelenvögeln wußte er aus seinen eigenen Mythen genug, um die zugrundeliegenden orientalischen Vorstellungen nachempfinden zu können. Für das Verständnis des Geistes im r a bbinischen Sinne als einer Kraft, die ohne Extase gottge- ,wirkte Erkenntnis verleiht, hätte er in seiner Religion keine Anknüpfung gefunden. , Wäre• es also Leisegang, wie er im Vorwort schreibt, nur darauf angekommen, zu zeigen, ,,was sich der Grieche unter den Worten, Begriffen und Vorstellungen denken mußte, die er in der evangelischen Ueberlieferung fand“, so hätte er seine Aufgabe durchaus gelöst. Aber sein Verdienst reicht weiter. Er stellt (nicht nur im Untertitel des Buches) durchaus die Frage nach dem Ursprung des synoptischen Geistbegriffes. Er wendet sich vor allem gegen die Vor- Stellung eines nahen Zusammenhanges des synoptischen Begriffes mit dem jüdischen, wie sie noch heute nicht nur von positiven abtrünnigen) Elischa ben Abuja am Götzentempel vorbei ging, dräng der Duft (דיח) des Rauchwerkes in ihren, schwangeren Leib wie Schlangengift“, eine interessante Parallele zur Branchossage (MGWJ 56, 28ל f.). Zur äasteckenden Wirkung des Geistes vgl. I Sa 1920 ff. ' r V;.1־.bk. l17j natürlich mit Bezug auf Mal 323.

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