Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1923-01-01 · Heft 1-3 (Januar 1923) · p. Seite 28

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
67 (1923)
Issue
Heft 1-3 (Januar 1923)
Article
Die Lehre vom Heiligen Geist im Judentum und in den Evangelien
Date
1923-01-01
Page
Seite 28 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829915-2829917-2848424--45150-2848488
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

28 chischen, aber auch nicht im rein jüdischen Sprachgeist gedacht; es muß bei ihnen auch mit Zugeständnissen an fremde Vorstellungen gerechnet werden. Die folgende Prüfung der. einzelnen Angaben soll vor allem feststellen, inwieweit die Vorstellungen der Synoptiker aus jüdisehe m und aus griechischem Denken erklärlich sind. Auf Einflüsse aus anderen Kulturkreisen soll zwar hingewiesen werden; ihre genauere Bestimmung liegt aber außerhalb unserer Aufgabe. 2. Wesen des Geistes. Wenn Jesus vom Heiligen Geist erzeugt sein, auf Grund dieser Zeugung aber als Sohn Gottes gelten soll,, so ist dies Schwanken zwischen Gott und seinem Geist nicht so auf׳״ fallend, wie L. 15ff. meint: Gottes Geist, sein Engel oder gar seine. שכינה werden nicht selten3 für Gott selbst gesetzt. Anders steht es, wenn Jesus nach Mtth. 3U und Lk. 36ן ,,mit dem heiligen Geist und mit Feuer" taufen soll. L. 74ff. erläutert den letzteren Ausdruck einleuchtend durch den Hinweis auf die (gleichfalls auf Lk. zurückgehende) Apostelgeschichte1 2, nach welcher (23)י sich bei der Geisterfüllung ,,Feuerzungenf< auf die Hörer niederlassen; solche Feuererscheinungen weiß L. 75 f. aus den Mysterienreligionen des Bakchos und des Mithra zu belegen 3. — Dagegen 1 Bezüglich des heiligen Geistes vgl. Scheftelowitz, Die altpersische Religion und das Judentum 134, 1, der sich aber nicht auf Jes 4816, sondern auf Ri 1620 hätte berufen sollen, wo das Weichen des Gottes g e i s t e s (1325,. 146, 19, 1514) mit י״י סד מעליו ausgedrückt wird; auch Jes 6310 gehört hur insofern hierher, als nach Vers 9 der Geist dem ״Engel Gottes“ öffenbar nahesteht. Hinsichtlich der Sohechina genügt der Hinweis auf Pirqe aboth III, 7 und die dortige Verwertung von Ps 82!; bezüglich ihrer Verselbständigung׳ und Beziehung zu רוהיק vgl. Bacher, Terminologie II 205 f.; Spanier, MGWJ 66, 309. 2 Denn das Kommen Jesu in Feuerflammen zur Vernichtung der Sünder kann, wie L. bemerkt, nicht als Taufe angesehen werden. Immerhin wüßte man gern, wie sich L. mit der bei beiden Evangelisten folgenden Angabe ausein andersetzt, daß der größere Nachfolger des Johannes ״die Spreu mit ewigem. Feuer verbrennen werde“ (auf welche sich die Vertreter der herkömmlichen Exegese berufen). Es hat den Anschein, als ob die gemeinsame' Quelle dieursprünglich auf eine Taufe hinweisenden Worte auf das Gericht bezogen hat. 3 Doch ist auch in der rabbiniseben Literatur die Wendung es erstrählte in ihm der Heilige Geist nicht ganz selten: Bacher, Exeget. Termin. II, 203 unten (נצנצד, בו רוה״ק)• Vgl. auch über Gottes Lichtglanz Scheftelowitz a. a. O. 8. Keinesfalls ist mit L. 130 ff. großes Gewicht darauf zu legen, daß in der (offenbar die Offenbarungsgeschichte überbietehden) Erzählung der Apostelgeschichte vom Sturm die Rede ist. Esgehörte nicht viel Phantasie dazu, sich zu Donner, Blitz und finsterem Gewölk Ex 19 f. den Sturm hinzuzudenken, in dem ja auch Gott dem Hiob (38!> erscheint.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.