Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 67 (1923)
- Issue
- Heft 1-3 (Januar 1923)
- Article
- Die Lehre vom Heiligen Geist im Judentum und in den Evangelien
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 2)
- Language
- German
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27 Teuer) taufen werde, c) Bei der Taufe Jesu fährt der Geist in Ge־ .stalt einer Taube auf Jesus herab (Mtth. 316 ff., Mk. 110 ff., Lk. 3^ ff.); nach Mk. und Lk. treibt ihn alsbald der Geist in die Wüste, d) Die Lästerung des heiligen Geistes, durch den Jesus die Teufel austreibt <Mtth. 1228*), ist unvergebbar (Mtth. 1231f.; Mk. 329, Lk. 1210). e) Den Jüngern (Mttli. 1020, Mk. 13!!, Lk. 1212) wird der heilige Geist verliehen werden; nach Lk. 2^ ruhte er auch auf dem frommen Simon und wird nach 1113 allen zuteil werden, die Gott bitten. Der un־ zweifelhaft spät eingeschobene sog. Taufbefehl Mtth. 28ld (״taufet .auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes“) kann hier außer Betracht bleiben. Nun hebt L. 12 mit Recht hervor, daß manche dieser Angaben :mit der Geschichte des Lebens Jesu schlechterdings unvereinbar :sind. Gerade in Nazareth, im Kreise seiner nächsten Angehörigen und Bekannten, findet Jesus am wenigsten Beifall2; er denkt nicht daran, sich ihnen gegenüber auf seine göttliche Abkunft zu berufen, die doch gerade ihnen bekannt sein mußte. Und die Weissagung des Johannes, daß Jesus mit dem heiligen Geiste taufen werde, geht ,gar nicht in Erfüllung; Jesus tauft bei den Synoptikern überhaupt nicht; auch bei Joh. 4X tun es nur seine Jünger. Die beiden Erzählun- .gen sind also erst nachträglich eingefügt; ihre Erfindung ist jünger als die ersten Berichte über Leben und Wundertaten des neuen Messias; es versteht sich, daß ihre Urheber vom jüdischen Mutterboden des Urchristentums weiter entfernt und fremden Ein- ־Wirkungen leichter zugänglich waren als die ersten Anhänger jesu. Zu einem ähnlichen Schluß führt die Prüfung des Sprach-;gebrauch s. Der Gottesgeist heißt bei den Synoptikern in der weitaus größten Mehrzahl der Fälle ״heiliger Geist“, sechsmal ״der ׳Geist“, zweimal ״Geist Gottes“, einmal ״Geist eures Vaters“3, An der Mehrzahl der Stellen ist also die jüdische, dem Griechen hart amd ungewohnt klingende Bezeichnung gewählt; an mehreren an- ״deren ist sie aber durch Umschreibungen ersetzt, von denen die häufigste (die einzige bei Mk. und Lk. gebrauchte) für Juden kaum verständlich war4. Die Erzähler haben also gewiß nicht im grie- 1 Bei L. 10 ist 428 Druckfehler. 2 Mtth. IS** ff.; Mk. 6! ff.; Lk. 415 ff. Nach Mk. 32 sagen ״die Seinen“ .:gar: ״er ist von Sinnen“. 3 rivcüjioc ccpov steht Mtth. l!g; 2012; יg2• Mk. 1$; 32g; 13■^• ■Lk. 1!*; .41? 67> ^25> 26> ^16 (?)> 22? L? tl13 (?); 1210; 12. To 7cv£ü[1G steht Mtth. 1231; Mk. 110; 12; Lk. l8p; 227 (durch das vorherg. erklärt)414; tcvsü|1ö 9soy Mtth. 31228;6ב, icveopa xoy xaxpoc 0|1äv Mtth. 1020 (beides also nur bei Mtth. I). 4 Siehe über das seltene Vorkommen von דוחא im Sinne von Gottesgeist JVIGWJ 66, 174; 269 f.