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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1923-01-01 · Heft 1-3 (Januar 1923) · p. Seite 24

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
67 (1923)
Issue
Heft 1-3 (Januar 1923)
Article
Zu Religionsphilosophie der Gegenwart
Date
1923-01-01
Page
Seite 24 (sequence 24)
Language
German
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ehernen Trotz der Persönlichkeit und dem genossenschaftlichen Aufbau des Lebens zu den Fundamenten, auf denen sich deutsche Bildung neu erheben kann1. Wie sehr in so großen Entwürfen einer Philosophie der Geschichte die Durchführung nahezu alles ist und wie schmerzlich wir infolge des Todes unseres Denkers auf diese Durchführung, wie auf den. geplanten religionsphilosophischen Abschluß des Weltbildes verzichten müssen* in Bewunderung fühlen wir die gewaltigen Dirnensionen dieser Lebensarbeit, die der Erneuerung der Religion durch Vertiefung des Kulturbewußtseins gewidmet, war. _ Eine kritische Stellungnahme ist gegenüber dem fragmentarischen Charakter grade dieser letzten Lebensepoche kaum möglich. Wir fühlen die ungeheuere Gefahr einer Romantisierung des* Lebens und der Wissenschaft, in der alle Besonnenheit und herbe Erkenntnisklarheit im göttlichen Rausch untergehen kann. Wir erkennen aber auch, daß die alten rationalen Grundlagen der Wissen־־ Schaft und der Lebensgestaltung das geistige und seelische Leben nicht zu tragen vermögen. Eine neue Metaphysik entsteht,, geboren aus der tiefsten Sehnsucht der Zeit. Eine Metaphysik, die den schöpferischen Kräften des Willens und der Phantasie die Flügel frei gibt und ein Lebensbild gestaltet, das die Welt alswerdende dem Menschen zur Verheißung macht. Auf den Neu-Kantianismus, den Neu-Fichteanismus erhebt sich in originaler Erneuerung die Philosophie der Romantik. Doch nicht in schwächlicher Anklammerung an die Geistesgeschichte des 19. Jahrhunderts,, sondern aus tiefen Notwendigkeiten der Probleme des Geisteslebens.. L eben und Geist erfassen ihre schöpferische E i n h e i t in der leiblich-geistigen Individualität des Persönlichkeits- und Völkerlebens,, in dem A11 e b e n sich formend gestaltet. Möchte diese Philo - sophie des Lebens zur Ueberwindung des Chaos und zu einer seelischen Erneuerung der Menschheit führen! Aber die Gefahr besteht, die Troeltsch vermieden hat, daß die Romantik an Stelle der schöpferischen natürlichen und geschichtlichen Kräfte,, die die Zukunft gestalten, die ruhige Abgeschlossenheit des natürlichen Seins und der geschichtlichen Vergangenheit in den Mittelpunkt ihrer Wertungen rücke und so in Reaktion und Dogmatik endet. Als Juden aber müssen wir auch aus den religionsgeschicht- Echen Forschungen und Entscheidungen T.s lernen, wie der 1 T r 0 e i t s c h: Deutsche Bildung (in Reichte Deutsche Schriften Nr .121

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