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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 1 · p. Seite 53

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 1
Article
Die Einleitung zu David ben Merwans Religionsphilosophie wiedergefunden
Date
1922-01-01
Page
Seite 53 (sequence 6)
Language
German
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53 nicht seine Wunder und gedachten nicht der Größe seiner Gnade. Sie beeilten sich, seine Werke zu vergessen. Sie haben sich im Stolz erhoben, sie entfernten sich von Gott und sonderten sich von seiner Gemeinde ab. Seine Gemeinde ist mit den Worten des Psalmisten (957) bezeichnet. Sie haben sich selbst des Guten beraubt, der Weisheit entzogen und keinen Gefallen an Einsicht. Sie haben ihr Herz entblößt, um ihre Lust zu erfüllen, um frei zu sein, wie die Wildeselin, gewöhnt an die Steppe und Wüste, ob ihres gierigen Verlangens nach Luft schnappen, um ihre Lust zu befriedigen. Wer vermag sie von ihrer Brunst abzubringen? Alle, die sie suchen, werden nicht müde, in ihrem Monate treffen sie sie. Infolge ihrer Torheit und Dummheit verlassen sie die Pfade der Frommen und beobachten nicht die Wege der Ewigkeit, hingegen betreten sie die Wege der Uebeltäter.“ Die drei nächsten Zeilen sind leider arg beschädigt und es ist schwer, einen halbwegs vernünftigen Text herzustellen. Dies ist umsomehr zu bedauern, weil wir in Z. 3 und 4 zwei Namen finden, die uns den Kreis der Sektierer näher bestimmen. Die Namen sind אבי האשם 1וגבאיי וחבידהם. Es kann kein Zweifel sein, daß diese Namen auf zwei bekannte arabische Philosophen und Theologen hinweisen. גבאיי ist gewiß al-Dj übbai. Sein Name ist Abu Ali Muhammed b. Abd al־Wahhab. Er stammte aus Khuzistan und war Haupt der Mutaziliten der Bosraer Schule bis 915/916. Sein Sohn war Abu Hashim Abd el Salam, st. 933. Djubbai betrachtete die Attribute Gottes als identisch mit seinem Wesen und leugnete daher auch deren Wahrheit. Diese Attribute waren nur ein Zustand (häl), aber keine Wirklichkeit. Er dachte dadurch die Lehre von der Einheit Gottes zu vertiefen. Schahrestani (1,83 Haarbr.) definiert al-Djubbais Standpunkt folgendermaßen: ,,Was das betrifft, worin sie von einander abweichen, so behauptete al-Dj übbai von den Eigenschaften des Schöpfers, daß derselbe allwissend sei seinem Wesen nach, allmächtig, lebendig seinem Wesen nach und der Sinn seines Ausdrucks seinem Wesen nach ist der, daß er sein Allwissendsein nicht als eine Eigenschaft, nämlich das Wissen, oder als einen Zustand, welches das Allwissendsein notwendig machte, bestimmte"2. Während Saadia, wie Guttmann 1 Die Schreibart des Namens wechselt auch im ם׳ כעימות, God. Warner 41. l. al־Djubbai heißt daselbst stets אבו עלי, der Sohn: בגו הידוע אבן השם, oder אבו האשם ,אבי האשם. Herr Dr. Palache in Leiden hatte die Güte, diese Stellen für mich zu kopieren, wofür ich ihm auch hier bestens danke. 2 Guttmann, die Religionsphilosophie des Saadia. Göttingen, 1882, S. 93, A. 2, vgl. auch S. 162 und S. 164. Frankl, P. F., Ein mutazilitischer Kalam aus dem lOten Jhdt. Wien 1872, S. 10. Braude, ם׳ תורות הנפש S. 4. Vgl. Gold- 1

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