Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 66 (1922)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Einleitung zu David ben Merwans Religionsphilosophie wiedergefunden
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 4)
- Language
- German
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51 Sein Verfasser meint, daß die Stelle im Deuteronomium sich auf die Zerstreuten Israels bezieht. Hierbei wird auf den Missionsberuf des zerstreuten jüdischen Volkes hingewiesen. Israel ist das Priesterreich, das in Ewigkeit seine Lehre verbreiten wird. Wie die von den Propheten vorausgesagte Zerstreuung sich bewahrheitet, so wird auch die von ihnen verkündete Erlösung wahr werden (nach Dt 3 03). In einem Schlußsätze erinnert noch der Verfasser, daß die Samaritaner außerhalb Palästinas (dem Lande der Philister) ganz unbekannt sind, was gegen den erwähnten Schriftbeweis spricht (Dt 7,). Von den Samaritanern geht der Verfasser zu den Christen über. Die Edomiten glauben an Jesum, der von einer Ehebrecherin geboren wurde, dessen Vater ein Zimmermann gewesen. Er wurde auf dem Galgen, zwischen zwei Dieben hängend, getötet. Man gab ihm Kalk in Essig zu trinken. Gott hatte ihn von seinen Feinden nicht errettet, wie sollte er anderen von irgend welchem Nutzen sein! Als weitere Sünde der Christen wird ihr Bilderdienst angeführt. Diese Bilder stellen Jesum, seine Mutter, seine Geburt, seine Gefangennahme, seine Kreuzigung dar. Verfasser sieht in der ganzen neutestamentlichen Geschichte eine erfundene Legende. Die Christen berufen sich auf Bibelstellen, wie Dt 14x und Exod 422, um die Gottessohnschaft Jesu zu beweisen, ferner auf Jes. 4816 für die Trinität. Die Christen sind mit den Samaritanern nicht gleichzusetzen, denn diese kamen aus Furcht, während jene (die Christen נוצרים) von ihren Lehrern irre geleitet wurden, indem sie behaupteten, daß sie eine neue Lehre, ein neues Herz, einen neuen Bund, einen neuen Himmel und eine neue Erde erhielten. Sie haben mit der Vergangenheit des Judentums entweder ganz gebrochen oder wollen derselben nicht gedenken. Sie sehen in Jesus den Messias, den Sohn Davids, den Sohn der Tochter Davids und beziehen auf ihn Dan 234 f. Von hier geht der Verfasser wieder zum Kampfe gegen die Sektierer über, gegen die die ganze Einleitung gerichtet ist. Ob hier nicht einige Seiten fehlen, läßt sich vor der Hand nicht endgültig entscheiden. Verfasser ist erzürnt über unsere Brüder und Lehrer, die er nach Ez 26 widerspenstig und Dornen nennt, die das Erbteil Gottes anzurühren wagen. Sie scheinen die Existenz, die Ewigkeit des Judentums, die von den Propheten verheißen ist, zu gefährden. Diese Juden haben den Völkern Handlangerdienste geleistet, um ihren Brüdern zu schaden. Schmach und Schande haben sie über das jüdische Volk gebracht, indem sie über ihre Brüder üble Nachrichten verbreitet haben. Sie sind schlimmer als 4*