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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 1 · p. Seite 50

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 1
Article
Die Einleitung zu David ben Merwans Religionsphilosophie wiedergefunden
Date
1922-01-01
Page
Seite 50 (sequence 3)
Language
German
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50 - werten Grundsatz: Kerner, der die Existenz eines Gottes, eines Propheten oder eines Gesetzes anerkennt, kann sich der Autorität derheiligenThora entziehen, ohne hinzuzufügen oder hinwegzunehmen. Sie erfinden Dinge, um sich einen Namen zu schaffen. Einige Dinge sind ganz mysteriös. Dieser Angriff paßt wohl auf das Christentum, auf den Islam und auf die Samaritaner. Als Beispiel wird zuerst auf die Samaritaner hingewiesen. Die Samaritaner haben das Gesetz von einem samaritanischen Priester erlernt, den ihnen Assarhadon gesandt hat. Aehnliches wird auch in den Pirke des R. Elieser (c. 38) berichtet. Der assyrische König sandte zu ihnen, den Samaritanern; zwei Aelteste, R. Dositai und R. Zecharja. Die Samaritaner haben niemals fließend und korrekt hebräisch erlernt. Es werden drei Gründe angeführt für die historische Tatsache, warum die Heimkehrenden aus Babylon die Samaritaner weder in die Gemeinde aufnehmen, noch am Tempelbau beteiligen lassen wollten. Erstens: weil sie keine Israeliten waren. Zweitens: weil sie wußten, daß Israel noch' einmal ins Exil wandern soll, so war die Gefahr vorhanden,daß derTempelund das Land in ihren Händen bleiben werden. Drittens: weil sie trotz ihres Monotheismus auch ihre heimatlichen Götter angebetet haben (nach II Kg 1730 ff.). Die Israeliten weigerten sich, die Samaritaner insgesamt in den Bund aufzunehmen, obwohl sie sonst gegen die Aufnahme von Proselyten nichts einwandten. Die Priester, die der assyrische König zu den Samaritanern sandte, waren nicht vom Stamme Ahrons, sondern von den Priesterfamilien, die Jerobeam bestellt hatte. Die Samaritaner fürchteten sich vor den Löwen, deshalb wurden ihnen diese Priester beigestellt. Die Samaritaner halten das Gesetz im Sinne dieser Priester. Ihr dogmatischer Standpunkt wird folgendermaßen präzisiert: Die Lehre Gottes , ist mit uns. Wir weichen von ihr nicht, weder rechts, noch links. Wir beobachten die Sabbate des Herrn, seine Vorschriften und Zeugnisse, die Gesetze der Reinheit und Unreinheit, die Sabbat- und Festopfer etc. Sie beobachteten alles, was in der Lehre vorgeschrieben ist. Das samaritanische Dogma, daß nur die Bücher Mosis heilig und verbindlich seien, ist wohl bekannt (vgl. Kirchheim, כרמי שומרון, p. 37; Graetz, MGWJ. VI, p. 66). Dieser Teil des Fragments schließt mit einem andern Dogma der Samaritaner, für welches ebenfalls reichliche Belege vorhanden sind, daß die Samaritaner ״das wahre Israel'f seien, mit dem Hinweis auf Dt 7?. Hier bricht Ms. Adler ab. Glücklicherweise war es uns möglich, die Fortsetzung in einem Cambridger Fragment zu entdecken. Dasselbe ist T-S. 8, K. 20, 2 und wurde vom Schreiber dieser Zeilen im Oktober 1913 kopiert.

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