Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 66 (1922)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Einleitung zu David ben Merwans Religionsphilosophie wiedergefunden
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 49 (sequence 2)
- Language
- German
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49 ihrer Umgebung sich auseinandergesetzt haben. Unter Saadjas Zeitgenossen wird der Name eines Denkers genannt, David beri Merwan al-Mikmas, der ein philosophisches Werk über Religion und Sekten geschrieben hat, dessen Einleitung, die wir entdeckt zu haben glauben, uns zu diesen Betrachtungen veranlaßt. Die reichhaltige Bibliothek des bekannten Bibliophilen E. N. Adler in London hat uns bereits früher Aufschluß über David al- Mikmas geliefert. In einem alten Buchhändlerkatalog findet sich ein Hinweis auf ein gebundenes Exemplar vom היחוד 'D, arabisch כתאב אלתוחיד dieses Philosophen (Adler, E. N., About Hebrew Manuscripts. London 1905, p. 39, Nr. 68). In einem andern Genizafragment fand der gelehrte Besitzer einen Teil der Einleitung (jetzt Nr. 2622; vgl. Adler, E. N., A. H. M. p. 45 und Catalogue p. 53). In Nr. 2683 derselben Sammlung glaube ich einen andern Teil der hebräischen Einleitung und den Anfang des Werkes entdeckt zu haben. Das Fragment enthält acht Seiten von je 18—21 Zeilen in alter hebräischer Quadratschrift. Die Schrift hat viel Aehnlichkeit mit der Schriftart der Dokumente und Handschriften, deren Niederschritt im zehnten oder elften Jahrhundert glaubwürdig belegt ist. Die ersten vier Seiten gehören zusammen, wie der Zusammenhang unzweideutig lehrt, ebenso die vier letzten. Zwischen beiden Teilen fehlen gewiß einige Seiten. Inhalt und Sprache bestätigen ebenfalls das hohe Alter des Fragments. Eine Analyse des Fragments ergibt folgenden Inhalt: Das Fragment beginnt mit Zitaten aus einer gegnerischen Schrift, deren Titel und Beschaffenheit noch erforscht werden muß. Das erste Zitat ist schwer leserlich. Es spricht von ,,Genossen, indem sie von der Lehre Gottes vertrieben worden sind, und wurden Zeugen für sieוהחברים באשר השמדו מן תורת י״י היו נעליה] עדים .״, d. h. wohl, daß die Genossen wegen ihrer Anhänglichkeit zur Lehre Gottes den Märtyrertod erdulden mußten. (Zum Begriff von עדים als Märtyrer s. Neue Jahrbücher für d. Kl. Alt. 33 (1914), 523 f.; 34 (1915), 487 f.) Das zweite Zitat ist eingeleitet mit den Worten: ועוד כתוב בו. Nach demselben hätte Gott Adam, Noah und das Haus Amrams von allen erwählt (על כל העולמים). Das Wort ,משפור ist mir unverständlich. Der Verfasser hat noch andere Zitate im Sinne, die er einfach mit וכהנה רבות, d. h. ,,und dgl. mehr“, abfertigt. Es wäre nicht schwer, die obigen Zitate, meint der Verfasser, zu widerlegen, die Irrtümer dieser Schrift richtig zu stellen. Wären die Gegner verständig, so würden sie ihre Fehler einsehen und den falschen Weg verlassen. Der Verfasser bekennt sich zu folgendem bemerkens- Monatsschrift, 66. Jahrgang. 4