Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 66 (1922)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Mose am Dornbusch
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 21)
- Language
- German
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31 wort ואשלחך zurück, um es nun, wonach sein Sinn von Anfang an stand, geradezu mit einer flehenden Absage zu versuchen: ״Verzeih, o Herr, sende doch irgend einen andern!“ Da entbrennt der Zorn Gottes. Nun gut, so soll ein anderer reden: Ahron, dein Bruder. Dir bleibe nur der Stab, mit dem du die Zeichen tust. Es geht, auch wenn du gar nicht sprichst. Jetzt ist die Rede (die für die ganze spätere Stellung von Mose und Ahron maßgebend ist und samt den kritischen Einwänden später einmal zu behandeln sein wird) so gemessen, daß Mose keine Einwendung mehr wagt und auch nicht mehr zu machen wüßte, da er ja in allem, was er offen vorgebracht hat, endgültig widerlegt ist und befriedigt sein muß. So gibt er denn nach. Gottes Ruf ist zu mächtig, er muß ihm folgen. In dem schweren Ringen hat Gott das letzte Wort behalten (wie es dafür einst Mose behalten soll 32ff.) und beider erstes Wort ist jetzt zu vollem Recht gekommen: Mose, Mose! — Hier bin ich! Das ist der Sinn der Berufung Moses Ex 3, 4, und in dem Zusammenhang des Ganzen ist diese Ueberwindung kleingläubiger Zaghaftigkeit durch Gottes hoheitsvolle aber trostreiche Zurecht- Weisung, ansteigend von heiterer Nachsicht bis zum zürnenden Tadel, ein anmutiges und bedeutungsvolles Vorspiel zu dem gewaltigen Dialog zwischen Pharaos Trotz und Gottes überwältigender Gegenrede in den Donnerschlägen seiner Wunder. Zugleich ist es eine Rechtfertigung aller künftigen wahren Propheten. Das israelitische Prophetenamt ist nicht eine angemaßte Würde, sondern ein jedes Widerstreben zwingender Ruf Gottes. Mose ist der Vater aller Propheten, wenn zwar diese Darstellung seiner Berufung gegen die gewaltsamen und dämonischen Erlebnisse anderer gemildert und abgeklärt erscheint (vgl. aber Jes 6 gegen 911)• Nunmehr ist uns auch der Weg zum genaueren Verständnis der zweiten Rede und Gegenrede gebahnt. Moses Einwand S1s lautet: siehe ich komme ( nehmen wir an, stellen wir uns vor, ich komme)1 zu den Kindern Israel und sage ihnen: der Gott eurer 1 Ein quellenkritisclies Argument, das nach manchen gleich hinter dem Wechsel der Gottesnamen kommen soll, ist der angeblich nach verschiedenen Verfassern wechselnde Gebrauch von אד und אנכי• Nun findet sich, um hur dies Eine anzuführen הנה אנכי mit folgendem Part, durch alle Bücher des A. T. von den ältesten bis zum jüngsten: Gen 24!.. 3. 47, 2532, 482!, 505, Ex 3l3> 423, 19 י23^ <ד2 •ד1לg, 2320, 3410, Ri 637, I S 3n, 245, Jes 5411י Jer 619ג181 י11ל י, 50g, Hos 216, Am 23, 99 Sach 1116, 122, Mal 323, I Ghr 17!, hingegen הנה אד nur Ez 37g.!2• 19• 26» H Ghr 239, *הנה אנכ*, Gen 28!g, Ri 7!7, I S 19g. Niemals aber findet sich א:ב־ vorangestellt wie ואני חנה Nn 188, Gen 174, Jer llg ואני הכני, Gen 617, 99, Ex 141י Jer 264. Ich finde ferner nur vier Mal אגכי mit folgendem ד Jos 2415, Ri 1137 י17ל, II S 328, wo das zweite Glied ohne