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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 1 · p. Seite 30

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 1
Article
Mose am Dornbusch
Date
1922-01-01
Page
Seite 30 (sequence 20)
Language
German
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-er. ihm schön damals sein אנכי menschlicher Verzagtheit entgegengesetzt hatte,, so zieht er sich, nachdem sein dritter Versuch mißlungen, wieder darauf zurück: was soll ich sagen, was soll ich reden (אנכי ♦44 אנכי). Denn auch die kleinen Wunder helfen ihm nicht darüber hin, daß seine Aufgabe nach der ausführlichen Anweisung,, der gegenüber jene nur eine beiläufige Beruhigung waren, anscheinend im Wesentlichen darin bestehen soll, zu reden: so sollst du zu den Israeliten sagen — versammle die Aeltesten und sage ihnen — geht zu Pharao und saget ihnen. Er aber will von Taten hören*. — Dreimal nennt sich Mose vor Gott עבדך, wo ihn die Größe Gottes oder seine eigene Schwäche überwältigt (hier, Nu 11׳!!, Dt 324). Ist es der überschwänglichste Vorzug, so hat er doch auch seine Schattenseite, was aus dem zaghaften menschlichen אנכי klingt. Ueberhaupt stimmen die beiden Ich nur zusammen, wenn das göttliehe auf das menschliche antwortet, nicht umgekehrt. Jedoch soll das כבדך auch den Widerspruch abmildern. Noch einmal antwortet Gott, zwar noch ruhig, aber schon schärfer verweisend, hoheitvoller tadelnd und dem zaghaften menschlichen das allmächtige göttliche Ich entgegensetzend: ,,wer machte einen Mund dem Mensehen oder wer macht stumm oder taub oder sehend oder blind, nicht Ich, Ihvh?“ In den Gegensätzen: taub (stumm) — redend: blind — sehend liegt das geläufige Begriffspaar Sehen und Hören. Da anders die Blindheit nicht angebracht wäre, so ist es auf Mose gemünzt : wer hat ihm Ohren und Augen gegeben, diese Erscheinung zu sehen und die Botschaft zu hören? Also soll erseinen Gesandten nicht auch beredt machen können, er der überhaupt dem Me nschen einen Mund gemacht? Hatte sich Mose mit seinem עבדך klein gemacht, so macht ihn Gott mit אדם noch viel kleiner, um ihn aber eben dadurch, daß er ganz und gar ein Geschöpf Gottes des Allmächtigen ist, aufzurichten und stark zu machen. Ganz nebenher bricht hierbei als selbstverständlich der Gedanke hervor, daß der Gott Israels und Moses, daß der Gott der Erzväter der Schöpfer der Welt und des Menschen ist. ,,Also geh! (לך, so jetzt der kurze gemessene Befehl nach dem sanfteren (לך ו(אשלחך v. 10. und der Anweisung (לך 1(אספת v. 16) und Ich (אנכי) werde mit deinem Munde sein und dich (ohne daß du aus Eigenem irren kannst, wie der Priester oder Lehrer einen Fragenden — והוריתיך) unterweisen, was du reden sollst.“ — Vierte Niederlage Moses. Jetzt weiß Mose nichts mehr zu sagen und da es immer wieder beim Reden bleibt und die für ihn kahle Zusage Gottes ,,mit seinem .Munde zu sein“ ihn wieder gänzlich zum Anfänge, (,,ich werde mit dir sein“) zurückwirft, so kehrt auch er zu dem göttlichen Anfangs-

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