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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 1 · p. Seite 20

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 1
Article
Mose am Dornbusch
Date
1922-01-01
Page
Seite 20 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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sondern im Mienenspiel und im Gesamtausdruck das Innere wieder. . Man bedeckt es vor Gott, weil man ihm nicht den vor Gottes heiliger Majestät geziemenden Ausdruck zu geben vermag. Denn vor ihm ist auch der Reinste nicht rein und jeder mit Makel behaftet. Auch ist Gottes Erscheinen immer zu fürchten, denn er ist der strenge Richter, und es ist eine Begnadigung, wenn er, über Sündhaftigkeit und Mangel hinwegsehend, erschienen ist, ohne den Menschen hinwegzuraffen (Gen 1613, 3231, Ex2019i, Ri 1322f., besonders Jes. 65). Das Bedecken des Angesichtes entspringt also dem überwältigenden Gefühl der menschlichen Unwürdigkeit und Nichtigkeit. Eher würde unser: ,,die Augen niederschlagen“ zu vergleichen sein. Als daher Mose hört, daß es Gott ist, der ihn ruft (daher erst nach 6a), bedeckt er sein Angesicht. Damit benimmt er sich wie die dienenden Seraphim, die vor Gott stehen und mit Flügeln (ihrem Gewände: כנף) ihr Angesicht bedecken. Der Ruf ויקרא אליו אלהים klingt fast wie eine Gleichstellung, wie das kameradschaftliche וקרא זה אל 7ה der Seraphim1. — Demnach dürfen die Verse 5 und 6 nicht auf J und E verteilt werden. Schon hier ist der Name Ihvh vorausgesetzt. Denn der Gott der Erzväter muß doch einen Namen gehabt haben, der Mose bekannt war. Elohim kann es nicht gewesen sein, denn das ist überhaupt kein Name und wäre neben dem Elohim der Väter nichtssagend. Aber vorläufig meidet der Verfasser das Wort Ihvh, nicht blos weil es hier überflüssig ist und in Voraussicht der späteren Auseinandersetzung, sondern weil es Gott hier nicht darauf ankommt, 1 Noch eine andere Stelle ist zum Vergleich heranzuziehen und erhält damit erst das rechte Verständnis Gen 3l0 ואירא כי עירם אנכי nicht: ich für chtete mich, weil ich nackt bin (daher Ehrlich z. St. mit Recht fragt, warum sich denn der Nackte fürchten müsse — seine Antwort ist indessen unbefriedigend), sondern: ich hörte deine Stimme im Garten und trüg Scheu, hatte zu viel Ehrfurcht, dir nackt gegenüberzutreten, was natürlich von Adamjnur heuchlerische Scheinheiligkeit ist. Daher Gott: (es ist richtig, daß ein Nackter nicht vor mir stehen darf, aber) wer hat dir gesagt, daß du nackt bist? Das Bedecken der Scham ist ein Korrelat des Bedeckens des Angesichtes. Daher bei Jesaja die Seraphim wie mit zwei Flügeln dhr Angesicht, so|mit zweien ihre ״Füße46, ihre Leiblichkeit, bedeäcken. Adam und Mose, der erste und der größte ^lensch und Gottesdiener sind elohimischer Natur. An diesen fast elohimischen Rang erinnert es unverkennbar, wenn später die sündigen. Israeliten sich scheuen, Mose näher zu treten, und sein Angesicht vom Gottesfeuer strahlt (3330f. vgl. auch dort ,ויקרא אלהם משד). 24nf. aber dürfen die Jünglinge Gott schauen ohne Schaden zu nehmen, weil dieser Augenblick völliger Gottesgemeinschaft nach dem eben besiegelten Bunde jeden Erdenrest getilgt hat. Auch für Elisa ist es ein Zeichen seiner Würdigkeit, daß er die himmlische Erscheinung sehen darf (II K 210).

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