Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 66 (1922)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Mose am Dornbusch
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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19 bist mein!“'(לי) Jes 43! vgl. 445, 453f., 48!. Dies aber bedeutet: ihm künftig das Suffix der ersten Person verleihen: אלהי, עמי! עבדי! אשתי" Dies ist auch der Sinn von ואדעך בשם 3312 ידעתיך בשם V. 17. Beziehen sieh diese Stellen auf die Anrede Ernennung am Dornbusch , dann blickt וגם בצאת חן בעיני ebd. auf c. 2. Gottes Wahl ist nicht unmotiviert (cfr. Noah Gen 68v. 9, Abraham 18!7ff.). Was Mose ihrer würdig gemacht hat, ist sein Herz für die Leiden seiner Brüder, sein (dreimaliges, also bewährtes) Eintreten für Geknechtete und Vergewaltigte. Einer solchen Feuerseele voll Gerechtigkeitssinn und Erbarmen erscheint Gott, denn sie ist von seinem Geiste. Er ist der rechte Mann, um Gottes Erlösungsplan auszuführen. Seine Liebe zu seinem Volke ist nichts anderes als Gottes Liebe. Und wie ietzt seine Helfertaten Gott geweckt haben, so wird er auch einst . der rechte Fürsprecher um Gnade für sein Volk sein. Indem nun Mose auf Gottes Anruf antwortet הנני, erklärt er sich, ob er gleich noch nichts Näheres Weiß, grundsätzlich bereit, und nach diesem Worte wissen wir,, daß er, was auch im Wege sein wird, schließlich folgen wird. Der zwiefache Anruf aber ist eine besorgte Warnung. Denn so vertraut Gott mit Mose spricht, um ,ihn zu sich heranzuziehen, so muß ihm doch bewußt bleiben, daß es der heilige Gott ist, dem der sterbliche sündige Mensch naht. ,,Tritt nicht (mit deinen Schuhen) hierher, ziehe deine Schuhe von deinen Füßen, denn der Ort, auf dem du stehst — heiliges Erdreich ist er.“ Es folgt aber noch nicht, was Mose auf diese Aufforderung tat, sondern zunächst die Fortsetzung der göttlichen Rede: ״Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaks und der Gott Jakobs,“ denn erst damit ist erklärt, warum der Ort heilig ist: wreil Gott es ist, dem er gegenübersteht. ״Da verhüllte Mose sein Angesicht, denn er scheute sich, zu dem Elohim hinzuschauen.“ Die gewöhnliche;Meinung ist, daß der Anblick der Gottheit für gefahrbringend und tötlich gegolten habe, wobei aber nicht erklärt wird, worauf sich diese abergläubische Vorstellung gründete. Wäre es richtig, daß die Gottheit gleich einer Natürmacht etwa wie die das Auge blendende Sonne wirkte, so hätte man ihr gegenüber den Ausdruck ״die Augen schließen oder bedecken“, aber nicht das Bedecken des Antlitzes erwarten sollen. Auch hätte dann Gott den Mose, den er doch nicht verderben will, nicht sowohl ermahnen sollen die Schuhe auszuziehen äls nicht hinzusehen. Mose bedeckt sein Angesicht wie I K. 193נ Elia aus freiem Antriebe, und beide tun es, nachdem sie die Gottheit gehört, nicht gesehen haben. Das Antlitz (פנים) ist der Ausdruck der Stimmung und Gesinnung. Es spiegelt nicht blos im Blick der Augen, 2*