Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 1 · p. Seite 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 1
Article
Mose am Dornbusch
Date
1922-01-01
Page
Seite 18 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829909-2829911-2848262--44674-2848330
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

■.־־- ־: . י י 18 mit Namen vörangeht. Das ist nicht eine leere Form, sondern gibt für das lebenslängliche Verhältnis Gottes zu Mose den Ton an. ,,Und er sprach: Mose, Mose! ־— und er antwortete: hier bin ich!“ Es ist unzureichend, wenn man dies eine ,,umständlich feierliche“ und darum nur E zuzuschreibende Anrede nennt, bei dem sie Gewöhnheit sei. Der einfache oder doppelte Voranruf mit Namen hat nichts mit Quellenscheidung zu tun, sondern ist eine weitverbreitete Sprachweise, bei der eine Menge Nuancen zu unterscheiden sind. Im allgemeinen macht der Anruf mit Namen die Rede persönlich, die Verdoppelung macht sie dringlich. Er will auf die Wichtigkeit der folgenden Eröffnung aufmerksam und für sie empfänglich machen. .Er beweist das persönliche Interesse für den Angeredeten, für den persönlich die Worte bestimmt sind, Herablassung, Liebe, Zärtlichkeit, Besorgnis, wie denn alle Empfindungen für jemanden in seinem Namen gipfeln und beschlossen sind, und es andererseits ein Zeichen der Fremdheit, Geringschätzung oder des Unwillens oder Hasses ist, wenn man den Eigennamen unterdrückt und höchstens nach dem Vater nennt. Man will den Menschen nicht kennen. So nennt Saul den David hartnäckig ,,den Sohn Isais“ z. B. I S 2027. 30. 31, 227. 8. 13 cfr. I S 10u\ ' Doppelter Anruf findet sich Gen 22n Abraham! Abraham! im Augenblick der höchsten Gefahr, 462 Jakob! Jakob! I. S 3n Samuel! Samuel! So ruft Gott nur seine vertrautesten Diener, die er kennt und kennen will1 2. Ein Abimelech, Laban, Bileam, mit denen die Gottheit gleichfalls spricht (Gen 203, 3124; Nu 19ö. 12. 20) werden nicht mit Namen angeredet. Oder der Name steht, wenn er zu nennen war, jedenfalls nicht allein: Gen 2117. Was ist dir, Hagar? 423 Ada und Zilla, höret meine Stimme! I S 2212 Höre doch, Sohn Achitubs3! Wenn also Gott den Mose mit Namen anruft, so hat er ihn bereits damit zu seinem vertrauten Diener und Gesandten erklärt. Jemanden ״mit Namen rufen“ (קראבשם) heißt: ihm erklären ,,du 1 s. Midr. Ps. zu 42 Pesikta I u. II ענייה סדע׳ Auf. Wenn der Midrasch die Israeliten über Mose räsonniereri läßt, nennen sie ihn עמרם p z. B. Sifra zu 112 ע״ p מה ראה cfr. Sota 35a, Ber 32a, Ned. 39b, Sabb. 89a, Sanh. 82 a, Nu r. 522, Ber. 10 a. (אמוץ p). [Aus ähnlichem Grunde geht Lessings Templer (II 5) von der Anrede ,,Jude“ zum Gebrauch des Namens Nathan über. I. H.] 2 Mech. d. R. Simeon z. St. Sifra zu 1, Thossefta Ber 114, Ex. r. z. St. "משה משה, אברהם אברהם יעקב יעקב, שמואל שמיאל לשון זירוז זלשין הבה 3 Die Wiederholung desselben Wortes ist bei E. König: Stilistik p. 155 sehr oberflächlich behandelt. Seine Sammlung von Stellen ist nicht einmal aus der Bibel vollständig. Aus der talmudischen Literatur führt er Eine Stelle an.' Es gibt ihrer viele Hunderte mit den mannigfachsten Schattierungen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.