Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 66 (1922)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Mose am Dornbusch
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 3)
- Language
- German
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13 als Gott der Erzväter unter diesem Namen bekannt war und als Retter erwartet wurde. Auf die Bestätigung dieser Er- Wartung muß es ihm ankommen. Würde die Auffassung der Kritik von der Mitteilung eines bisher unbekannten neuen Namens und ihrer grundlegenden Wichtigkeit zutreffen, dann müßten wir ferner da wo Mose vor den Israeliten erscheint und sich seines jetzt erteilten Auftrages entledigt, erwarten, daß er zu allererst verkündet: Wisset, Gott heißt jetzt Ihvh! Gehen wir aber nach 429ff., so finden wir gerade davon nichts, sondern: ״und Ahron redete alle Worte, die Ihvh zu Mose geredet hatte und tat die Zeichen vor den Augen des Volkes. Und das Volk glaubte (ויאמן), und sie erkannten, daß Ihvh die Kinder Israels bedacht habe (פקד) und daß er ihr Elend gesehe n.“ Man sieht, wie der Bericht, so kurz er ist, aus der Unterredung Gottes mit Mose die wesentlichsten Momente und zwar mit den gleichen Worten wiedergibt: 316 פקד ,ראה ראיתי את עני עמי 37 ראה את מים פקד פקדתי; und ויאמן nach den vorgemachten Zeichen lehrt, daß sie Beweise dafür zu verlangen hatten, daß Gott dem Mose erschienen sei. Nur von der Mitteilung eines Namens ist keine Rede. So daß klar ist: nicht der Frage, wie heißt der Gott? hatte sich Mose in Wahrheit zu versehen, sondern des Bedenkens 4X: sie werden mir nicht gl a u b e n und nicht auf meine Stimme hören, indem sie sagen werden: Ihvh ist dir nicht erschienen. Die Israeliten müssen also auf jeden Fall Ihvh und diesen Namen von ihm bereits gekannt haben und wollen ihn nur an den Zeichen wiedererkennen. Denkbar wäre noch: Mose, dem ein Göttliches erscheint, das er nicht erkennt, will wissen, wer. das ist und wie es sich nenne. Aber dann mußte auch er bereits den Namen kennen, wenn er durch seine Nennung befriedigt werden kann. Freilich müßten dann die Worte anders lauten, etwa הגידה נא לי את שמך. Aber es sollen ja die Israeliten sein, die nach dem Namen fragen, nicht Mose. Kurz, wir mögen die Sache drehen und wenden, wie wir wollen, die Erklärung der Kritik bleibt unverständlich. Vor allem aber: welchen Eindruck glaubt man denn eigentlich sollte die Angabe eines bisher gänzlich unbekannten Namens auf die Israeliten machen? Mose hätte sich von ihnen ungefähr derselben Antwort gewärtig halten müssen, 'die er von Pharao bekommt: Wer ist Ihvh? Wir kennen ihn nicht. Wir haben diesen Namen noch nie gehört. Aber mag er immerhin Ihvh heißen und nicht Elöhim, wie wir ihn bisher nannten, was ist uns damit geholfen?