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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 1 · p. Seite 12

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 1
Article
Mose am Dornbusch
Date
1922-01-01
Page
Seite 12 (sequence 2)
Language
German
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wollen und ihm darauf der Name אהיה, an dessen Stelle unmittel״ bar darauf יהרה (v. 15) tritt, mitgeteilt wird, so läßt dies keine andere Auffassung zu, als daß dieser Name bis dahin nicht geoffenbart war und jetzt zum ersten Male dem Mose und durch ihn dem Volke kundgetan wurde. Ex 3 und 6 sind daher Parallelen und stammen nicht von Einer Hand, wie sie denn auch bei aller Ueberein- Stimmung in den Grundgedanken in Einzelheiten von einander abweichen“1. Hier ist die Kritik doch wohl im Rechte? Mose fragt Gott ausdrücklich nach dessen Namen und Gott sagt ihm, daß er Ihvh heiße, also kann Mose diesen Namen doch nooh nicht gekannt haben? Nichts kann klarer sein. Und doch hat die Kritik diese Stelle vollkommen mißverstanden! Sehen wir zunächst von der Aussage ab und erwägen die Sachläge. Wie kann Mose auf den Gedanken kommen, daß die Israeliten ihn fragen könnten, wie der Gott, der ihn sendet, heiße, und daß dies ihre erste Frage sein werde? Daß sie von dem Gott, den sie verehren, überhaupt noch keinen Namen gewußt hätten, ist nicht anzunehmen. Wenn irgend etwas auch in den primitivsten Religionen einen Namen hat, so ist es die Gottheit. Zu einem namönlosen Gotte kann man keine persönlichen Beziehungen haben2. Will aber Mose einen neuen Gott bei den Israeliten einführen, dann wäre es gewiß natürlicher, daß er ihnen erzähle, was er bisher geleistet hat, was man demnach von ihm zu erwarten habe, als wie er heiße. Aber Mose will gerade von dem alten Gotte, dem Gotte der Väter, gesandt sein. Die Frage, auf die er sich gefaßt zu machen hat (und sie ist es auch, auf die er sich vorbereitet), kann nur lauten: Kommst du auch von unserem Gotte? oder: kommst du auch von unserem Gotte? Soll ihm also ein Name mitgeteilt werden, so kann es nur ein bekannter sein. Denn nur als Abgesandter eines seinem Namen nach den Israeliten schon bekannten und unter diesem Namen bewährten und verehrten Gottes kann Mose hoffen, bei ihnen Eindruck zu machen. Ist also nach diesem Verfasser der Gott der Väter Elohim gewesen, dann hätte er sagen müssen:,, E1 o h i m , der Gott eurer Väter, ist mir erschienen.“ Wird Mose hingegen zu sagen geheißen: ״Ihvh, der Gott eurer Väter“, so folgt daraus, daß nach diesem Erzähler gerade Ihvh der Gott der Erzväter war und 1 Kuenen, Einleit, dtseh. I, S. 522ל• 2 Nichts kann ־unbiblischer sein als ein Theos Agnostos, nichts unjüdischer als die agnostizistische Resignation: ״Wer darf ihn nennen?tc Jeder darf und soll ihn erkennen, nennen und bekennen.

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