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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 1 · p. Seite 4

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 1
Article
Eine neue Hypothese über den Ursprung des Magén David
Date
1922-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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dem Siegel Salomons das P e n t a gramm zu denken habe. Die beiden geometrischen Zeichen finden sich wiederholt gepaart. So in dem Fries zu Tell-hum, ferner in einem arabischen Amulet in der Wiener Papyrus-Rainer-Sammlung. Endlich ist auch in dem Erlasse Karls IV. (1354), in dem der Prager Judenschaft eine rote Fahne verliehen wird (vgl. Fußnote 3), die Vorschrift enthalten, auf dieser den Davidsschild und Salomos Siegel anzubringen. Nach G. sei es erst Kepler Vorbehalten gewesen, diese beiden Gebilde in ihren mathematischen Beziehungen zu unterscheiden. Man mag aus alledem den Schluß ziehen, daß man im Mittelalter die beiden Zeichen vielfach identifizierte. Wie dem immer sei, in jedem Falle ist der MD seit, altersher als jüdisches Symbol aufgefaßt worden, ohne daß man sich über Herkunft und Bedeutung klar war. Bekannt sind ja auch die kabbalistischen Spielereien mit diesem Motiv, die indessen über eine gewisse Sophistik nie hinausgekommen sind. Nun ist kürzlich durch eine aufsehenerregende Forschung eine Theorie entwickelt worden, die dem . MD eine Beziehung zum gesamten Aufbau des Weltalls zuschreiben möchte und die geeignet erscheint, Licht in die bisher so wenig bekannte Magie der alten Aegypter zu werfen, jenes Volkes, das (wie in so vielem anderen auch) deutlich verfolgbare Spuren dem Judentum in seiner Kunstbetätigung ältester Provenienz aufgeprägt hat. Der Urheber dieser Forschung1 ist ein deutscher Gelehrter Dr. FritzNöthling. Abgeschieden von allen wissenschaftlichen Behelfen, in vierjährigem Aufenthalt in australischen Konzentrationslagern, hat er sein Werk verfaßt. Er vergleicht sich mit Saul, der ausging, eine Eselin zu suchen und ein Königreich fand. Man hatte, so schreibt er, ihm wiederholt die Frage vorgelegt, welches der Ursprung des ״obskuren“ englischen Getreidemaßes ״Bushel“ und seines achtfachen, des ״Quarter“ sei. Diese Nachforschungen lenkten sein Augenmerk auf die mysteriöse Steintruhe in der Königskammer der Cheops-Pyramide, aus der er schließlich den Zusammenhang mit den genannten Hohlmaßen ableitete und somit als erster deren bis dahin unbekannten Zweck nachwies. Aber diese Forschungen führten immer weiter. Angeregt durch die bekannten Studien des ausgezeichneten, leider bisher viel zu wenig beachteten deutschen Ingenieur-Schriftstellers und Romanciers Max E y t h, der schon früher auf die Beziehungen der Abmessungen der Cheops- 1 ״Die kosmiscken Zahlen der Cheopspyramide, der mathemat. Schlüssel zu den Einheitsgesetzen im Aufbau des Weltalls“ Berechnet v. Dr. Fritz Nöthling, Stuttgart 1921.

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