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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 1 · p. Seite 3

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 1
Article
Eine neue Hypothese über den Ursprung des Magén David
Date
1922-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Wendung des Hexagramms beim Bau dieser Synagoge selbst (13. Jahrhundert). Aber die Verwendung dieses Symbols geht noch viel weiter zurück, wie Grunwald in überaus gründlicher Weise in 2 Aufsätzen nachweist1. Aus den Forschungen י dieses Gelehrten sei vor allem auf das Vorkommen des Hexagrammes bei Peruanern, Aegyptern, Chinesen und Japanern hingewiesen; es repräsentiert dort den Gegensatz zwischen Feuer (Jshna-Ra, Jsh-o, J-Pho usw.) und Wasser (Mavah, Mayah usw.), ״le centre oü flottait le rouach de Eloim" (Mitt. Ges. jüd. Volksk. S. 138). Diese Auffassung sei frühzeitig in die ägyptische Magie und von da nach einem Jahrtausend in den jüdischen Vorstellungskreis eingedrungen. Von anderen Versionen nennt Grunwald die Auffassung, daß die zwei Dreiecke andeuten, daß ,,die obere und die untere Welt einander bis in die Einzelheiten genau entsprechen", ferner sei es ein ,,Symbol der Evolution und Involution, der innigen Verknüpfung der sichtbaren und unsichtbaren Welt". Endlich weist G. auf die höchst bedeutsame Symbolik der Inder hin, die Wischnu (Wasser) und India (Feuer) mit Dreiecken bezeichnen, deren Spitzen nach unten bzw. oben gerichtet sind, also in gleicher Weise wie es später die Alchimie tat. ,,Das Zeichen für den Stein der Weisen (MD) weist also auf die friedliche Vereinigung beider in dem letzteren hin, wie nach der diesem Gedanken zugrunde liegenden alten jüdischen Vorstellung in schamajim (Himmel) sich esch und majim (Feuer und Wasser) verbinden." (Jahrb. 1901, S. 127.) — Zur Ergänzung sei noch die Auffassung 011 e s (Handb. d. kirchl. Archäologie) angefügt, nach der der MD als Bild der Durchdringung des männliehen und weiblichen Prinzips anzusehen sei. Grunwald verdanken wir auch sehr beachtliche Aufschlüsse über die Parallelizität der Figuren des Penta- und Hexagramms einerseits sowie über jene der Begriffe Magen-David und Siegel Salomons anderseits. Letztere Bezeichnung taucht zuerst in dem von Dietrich herausgegebenen Leydener jüdischen Zauberpapyrus auf, der aus vorchristlicher Zeit herrührt. Wenn aber G. behauptet, daß das Hexagramm mit der Bezeichnung ״Davidsschild" zuerst 1564 (Codex Hamburg 296) auftritt, so scheint mir dies durch den Sarkophag aus Tarent (vgl. meinen Aufsatz in der Zeitschrift) seither überholt. Beachtlich erscheint indessen die Behauptung G.s, daß man unter 1 ״Ein altes Symbol in neuer Beleuchtung“, Jahrb. f. j. Gesch. u. Lit. 1901, ferner: ״Bilderund Zeichen auf jüd. Denkmälern“, Mitt. d. Ges. f. jüd. Volkskünde, Heft 10, S. 137 ff: ״Mathem. Figuren“. Man wird nicht fehl gehen, diese Studien G.s als ersten und hocheinzuschätzenden Schritt auf dem Gebiete der jüd. Kunstforschung ornamentaler Richtung zu bezeichnen. V

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