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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 1-3 (Januar 1921) · p. Seite 86

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 1-3 (Januar 1921)
Article
Anteilnahme der physischen Welt an den Schicksalen der Menschen
Date
1921-01-01
Page
Seite 86 (sequence 16)
Language
German
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86 Anteilnahme der physischen Welt an den Schicksalen des Menschen. In Salomo Parchons Wörterbuch heißt es: ,,Das Targum übersetzt das biblische דוכיפת) mit נגר טד־יא (Berg־* spalter), weil nämlich dieser Vogel den Berg (Felsen) durchbohrte, den Og auf das Lager der Israeliten werfen wollte, um sie zu töten, als unser Lehrer Moses kam und ihn tötete*a). Der Verfasser hat die Sage nicht aus den jüdischen Quellen, sondern aus der arabischen Legende geschöpft. Diese erzählt nämlich: a) Og, mit dem Beinamen ibn Onk, hob einen Berg empor, um denselben auf Moses und seine Armee zu werfen. Moses betete hierauf zu Gott, und Gott befahl einem Vogel, sich auf die Spitze jenes Berges zu stellen und denselben mit seinem Schnabel zu durchbohren. Der Vogel tat dieses und in Folge davon fiel der Berg bis auf Ogs Hals hinab, den er wie ein Halsband umgab, woher auch der Name Og bin Onk nämlich von ענק Hals* 2). b) Als Moses, der Prophet Gottes, und die Kinder Israels nach dem Lande der Kanaaniter kamen, um die Riesen und ihren König Balak b. Safun zu bekriegen, wollte“. Wie kommt es nun, daß die Gemara und Jonathan von einem Berge sprechen? Wahrscheinlich ist das ursprüngliche סכרא- Fels in ודאr־־Berg verschrieben worden, wie Reifmann an einer Stelle (in den ersten 3 Bänden des Beth Talmud, die ich jetzt nicht zu Hand habe) vermutet. Jedoch kommt der Berg auch in einer anderen Version dieser Sage vor. Diese lautet: Og hat einen Berg ausgerissen, den er gegen die Israeliten rollen ließ. Moses aber stützte den rollenden Berg mit einer Erdscholle. Deut. r. I 24. Ausführlich in Deut. r. ms. München in Bubers ליקוט־־ם S. 25 Nr. 26 und Jal. ha-Machiri Ps. 136 § 33. ף Salomo Parhons Wörterbuch ed. Stern 15 a דכף. Vgl. dazu Grünbaum, Neue Beiträge zur sem. Sagenkunde S. 182. 2) Zotenbergs TabariÜbersetzung I 51 f. Grünbaum a. a. O. S. 180. Auch die Agada deutet den Eigennamen עכנץ im Sinne von Halsband: sie waren so hochgewachsen, daß sie in die Sonne hineinragten, die Sonne gleichsam ihnen ein Halsband war. Vgl. Joma 10 a, Sotah 34 b, Gen. r. XXVI 7, Tanch. 7 § שלח, ed. Buber § 11, Num. r. XVI 11.

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