Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 1-3 (Januar 1921)
- Article
- Anteilnahme der physischen Welt an den Schicksalen der Menschen
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 4)
- Language
- German
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74 Anteilnahme der physischen Welt an den Schicksalen des Menschen. ed. Bacher S. 145 oben. Zum Thema vgl. Saadia, Emunoth Absch. IV Anf. In der Sintflut kamen die anderen Geschöpfe» die doch nicht gesündigt hatten, deshalb mit dem Menschen um6 weil alles des Menschen wegen geschaffen worden, wenn nun kein Mensch, wozu das All? So Raschi zu Gen. 6, 7 nach R. Josua ben Karcha Synhed. 108 a So auch Saadia; vgl. Saadia’s polemic against Hiwi al-Balkhi ed. Davidson S. 52 Nr. 25 [=־ Poznanski תש בית רב סעדיה S. 25 Nr. 11]. Beide Herausgeber haben übersehen, daß auch die Antwort Saadias aus Synhed. a. a. O. geschöpft ist. Auch der Rationalist Ibn Esra meint, daß das All zu Ehren des Menschen geschaffen wurde; s. Komm, zu Gen. 1,26 [ed. Netter 9 a unt.]. Maimuni freilich polemisiert gegen diese Anschauung, Moreh III 13. Die Agada aber behauptet, daß auch die Engel der Menschen wegen geschaffen wurden. Vgl. Seder Eiiah r. Kap. 8, S. 43. Wenn aber die Agada öfter davon spricht, daß die Welt Israels wegen geschaffen worden, so will sie damit sagen: Nicht der physische Mensch, der als solcher bloß Spezies der Gattung Säugetier ist, homo sapiens L., ist Zweck der Schöpfung, sondern der Mensch als moralisch - sittliches Wesen, der ethische Mensch. Daher sagt auch die Agada, daß die Welt der Thora wegen geschaffen worden, d. h. die materielle und soziale Welt ist abhängig von der sittlichen Welt, in der und durch die sie ihren Bestand hat. Daher sagt auch die Agada, daß die Thora Schöpfungsprinzip und Plan des Weltbaues war, d. h.: Sittlichkeitsgesetz ist Naturgesetz — wie bei Philo. Daher heißt es auch: Die Welt ist wegen der Thora und Israel und Gottesfurcht geschaffen worden. Daher sagt R. Chanina: Hinblickend auf die Taten der Frevler, wollte Gott die Welt nicht erschaffen; aber in Hinblick auf die Taten der Gerechten ließ er sie ins Dasein treten. Vgl. Sifre Deut. § 47־, Tanch. ed. Buber 3 § בראשית, Lev. r. XXXVI 4• Seder Eiiah zutta Kap. 23, סדר רבה דבי־אש־־ת in Wertheimers Botte Mid. I 3, Nr. 4, Alphabet R. Akiba in Beth-ha-Midrasch III 14, Alphabet R. Akiba ed. Wertheimer S. 85. — Gen. r. I 7 und 10, Cant. r. zu 5, 11, § 4, Pes. r. Kap. 21, 109 b unt. Pesachim 68 b, Nedarim 32 a, Seder Eiiah r. Kap. 2, 11 b unt. Mischnah Aboth V I, Aboth R. Nathan II Rez. Kap. 36. — Gen. r. I 1, Tanch. ed. Buber 5 § ביאשירג־, Tanch. das. § 1, Seder Eiiah r. Kap. 31, S. 160. Vgl. Pirke R. Elieser Kap. 3, Num. r. XII 4 46 c. — Botte Midraschot ed. Wertheimer I S. 3 Nr. 5; Beth ha־Midr. III 19, I 65. Vgl. das. S. 58 unt.: Gott spricht zu den Engeln: ,,Wenn nicht Israel, das die Thora empfängt, so hättet ihr keinen Wohnsitz im Himmel.“ — Pes. r. Kap 40 166 b unt.