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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 1-3 (Januar 1921) · p. Seite 68

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 1-3 (Januar 1921)
Article
Die Stellung der Juden in den 1793 und 1795 von Preußen erworbenen polnischen Provinzen zur Zeit der Besitznahme
Date
1921-01-01
Page
Seite 68 (sequence 26)
Language
German
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68 Die Stellung der Juden in den 1793 und 1795 von Preußen Hebr äisch-Schreiben ־und Rechnen unterrichtet1). In Posen und Lissa wurde auch Deutsch gelehrt. Polnisch nur sehr wenig2). Ein schwerer Mangel war es, daß der Mädchenunterricht vernachlässigt wurde3). Arme Kinder erhielten unentgeltlichen Unterricht4), während wohlhabende Eltern ihren Kindern Privatlehrer hielten5). Die Lehrer wurden entweder von den Gemeinden angestellt und besoldet, oder von mehreren Personen, die sich sozusagen zu einem Schulzirkel zusammenschlossen, oder von einzelnen Gemeindemitgliedern unterhalten6). In Posen bekamen die Lehrer das Schulgeld für den Unterricht der armen Kinder aus der Armenkasse, im übrigen wrar das Schulgeld für kleinere Kinder 16 Gr., für größere 2 Rtl.7) Der Schächter in Gembitz erhielt für den Unterricht ein jährliches Schulgeld von 20 Gr. bis 6 Rtl., je nach den Fortschritten in den Kenntnissen seiner Schüler8). Der Schulunterricht lag in den Händen von direkten Lehrern, von Schächtern und von Vorbetern9) nnd von jenen nur vorübergehend sich in den einzelnen Städten aufhaltenden Talmudjüngem, die auch für den orthodoxen Juden Deutschlands damals die selbstverständlichen Lehrkräfte darstellten10). In Lissa betrug 1795 die Zahl der jüdischen Schulmeister 14, in Krotoschin waren 16 und in ף A. VIII la BL 15. Eggeling a. a. O., S. 9. 2) A. VIII la BL 15. Lewin 118. Ad. Warschauer: Die Erziehung der Juden in der Prov. Pos. durch das Elementarschulwesen. Ztschr. III. 33. Siehe überhaupt dort Kap. II, 1793•—1807. S. 32—43 und meinen Aufsatz: Eine Denkschrift über die Errichtung eines Lehrerseminars für die Juden Süd- und Neuostpreußens. Allg. Ztg. d. Judentums. LXXVII. (Berlin 1913) Nr. 11 und 17. 3) A. VIII la BL 49. *) A. VIII la Bl. 15, 24 und 81. ף A. VIII la Bl. 15 und 24. «) A. VII la Bi. 24. 7) Warschauer a. a. O., S. 35. s) A.-VIII lb Bl. 105 f. 9) A. VIII la BL 39 f. Warschauer a. a. O., S. 33. 10) Ms. XXXVII. (Breslau 1893) 97, LVIII. (Preßburg 1914) 200 und 205 (,,Der orthodoxe Jude will einen Pohlen zum Erzieher.“).

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