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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 1-3 (Januar 1921) · p. Seite 67

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 1-3 (Januar 1921)
Article
Die Stellung der Juden in den 1793 und 1795 von Preußen erworbenen polnischen Provinzen zur Zeit der Besitznahme
Date
1921-01-01
Page
Seite 67 (sequence 25)
Language
German
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erworbenen polnischen Provinzen zur Zeit der Besitznahme. 67 Unter eigenen Vorständen waren die Beerdigungs- Brüderschaften, die in jeder Gemeinde vorhanden waren, die einen Friedhof besaßen. Mit Erwerbung eines Friedhofsgrundstückes wurde eigentlich erst eine Gemeinde geschaffen, Gemeinden ohne einen eigenen Friedhof gehörten zur Nachbargemeinde, wie Bojanowo beispielsweise zu Lissa1). Bei Beerdigungen von Ortsfremden erhoben die Gemeinden• auch erhöhte Gebühren, so in Kempen in solchen Fällen 3 Dukaten2). Ganz der Obhut und der Verantwortung der Gemeinden überlassen war wie das Armenauch das Schulwesen3). Es ruhte auf ganz festen religiösen Grundlagen, war aufs innigste mit dem jüdischen Leben verknüpft4) und wurde deshalb auch als eine der wichtigsten Aufgaben der Gemein den aufgefaßt. Während sich der polnische Staat als solcher bis zum Jahre 1783 überhaupt nicht um• das Schulwesen gekümmert hatte5), und während es eben wegen dieser mangelnden Fürsorge des polnischen Staates in ganz Südpreußen noch im Jahre 1800 in 234 Städten erst 232 und-in 9106 ländlichen Ortschaften nur 489 Schulen gab6), waren in ahen Städten, wo Juden wohnten, Schulen. In diesen Schulen, die unter der Aufsicht der Ältesten standen7), wurde Bibel, Talmud, ג) Bloch 612. *) Bloch 615. 3) Die Instruktion für das Preuß. Oherschulkollegium vom 22. 2. 1787 entzog noch neben den Schulen des Militäis und der franz. Kolonie auch die der Juden der Aufsicht dieses Kollegiums. Philippson I, 130. 4) v. d. Brüggen 100. 5) D. J. 1793, S. 689. 6) P. Schwartz: Preußische Schulgeschichte in polnischer Beleuchtung. Zeitschr. f. Gesch. der Erziehung u. d. Unterrichts. III. (Berlin 1913) 274. 1832 gab es erst 856 Elementarschulen in der Prov. Pos. Provinzialblätter f. d. Großherzogtum Posen. I. (Posen 1846) 140. 7) A. VIII la Bl. 15 und 24. Holsche II. 561. 5

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