Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 1-3 (Januar 1921)
- Article
- Altenglische poetische Bearbeitungen der Bibel
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 6)
- Language
- German
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Altenglische poetische Bearbeitungen der Bibel. 37 Da waren Seths Nachkommen, des lieben Leutefürsten, noch in Liebe sehr dem Herren teuer und gar hochmächtig, bis daß begannen Gottes Kinder sich zu erkiesen Bräute aus dem Cainsgeschlechte, dem verfluchten Volk, und sich zu Frauen wählten gegen des Machtreichen Willen der Menschen Kinder, der Schuldvollen Töchter schön und lieblich. (1246—52.) Die Sindflut — Ararat erscheint als Armenien (v. 1423), nach der Vulgata: supra montes Armeniae, cf. Jes. 37,38. — An Noahs Opfer schließt sich Gottes Segen; den schönen Vers 8, 22 hat sich der Dichter entgehen lassen. Dafür hören wir aber die Namen der Frauen Noahs und seiner Söhne: Phercoba, Olla, Olliva, Ollivani (V. 1546—47); woher er diese Phantasienamen hat und was sie bedeuten, ist ganz dunkel. Im Buch der Jubiläen (II, 48 ed. Kautzsch: Apokryphen des Alten Testaments) heißen sie: Emsara, die Tochter Rakels, Sedeketelbab,Neeltamank und Adatanasas — Harns Tat an seinem Vater wird in 8 Versen ausführlich erzählt (1577—84). — Die folgende Genealogie ist nur knapp, nicht einmal Noahs Lebensalter wird erwähnt, die Genealogie Kap. 11, 10 ff. ist überhaupt ausgefallen. Tharahs Name kommt merkwürdigerweise nicht vor, obgleich er selbst mit schmeichelnden Worten charakterisiert wird: ,,Ein sinneskluger Held, auf Sitten haltend“ (1705); auch von Lots Tugend hören wir: Doch durchaus wollte Lot nicht annehmen der Leute Sitten, sondern mied der Mannschaft Mannweise immer, Wiewohl er in dem Land mit ihnen leben wollte, mied Falschheit und Frevel, hielt sich fleckenlos, fromm und geduldig in der Völkerschaft ganz gleich so, der Lehre Gottes eingedenk,