Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 1-3 (Januar 1921)
- Article
- Altenglische poetische Bearbeitungen der Bibel
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 3)
- Language
- German
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34 Aitenglischc poetische Bearbeitungen der Bibel. .herrühren können. Ich möchte vorläufig kein Werturteil fällen, sondern nur sagen, daß der Verfasser der Genesis sich an seine Vorlage hält, der der Exodus mit ihr am freiesten schaltet, sozusagen ein wirklicher Dichter ist, der des Daniel auf Grund der Vorlage etwa wie der Genesisdichter arbeitet; er könnte mit ihm sogar identisch sein. Von besonderem Interesse ist für uns die Erkenntnis, wie schon in alter Zeit die Bibel auf die Angelsachsen einen großen Zauber ausübte; ,wie das Bibelstudium, im Gegensatze zum Kontinent, schon früh im Inselreiche gepflegt wurde; wie schon früh die Gesinnung sich offenbarte, die sich dann im Bibelvolke, in den Paritanem geltend machte. Es gewährt einen eigenen Reiz, zu beobachten, wie diese frommen Mönche oder was sie sonst sein mochten, die Bibel lasen, welche Hochachtung sie vor dem Volke hatten, in dem die Bibel entstand, wie von dem Haß, der leider auf dem Festland selbst den Vertretern des heiligen Standes nicht fern, lag, im frommen freien England keine Spur vorhanden ist.. Zwei Stellen, wo anachronistische christliche Anschauungen hervortreten, sind als interpoliert anzusehen, und wenn nicht, harmlos und verzeihlich. Die Quellenfrageist nicht geklärt und kann auch nicht restlos gelöst werden. Daß nur dieVulgata den Verfassern Vorgelegen hat, ist selbstverständlich abzulehnen. Aber daß sie neben ihr nur den. A vitus benutzt haben, ist ebenso von der Hand zu weisen. Es wird eben so sein, daß die Dichter, unter denen wir uns. gelehrte Mönche.oder Laien zu denken haben, mit den damals bekannten Ausschmückungen der Bibel vertraut waren und darauf fußten, bisweilen auch aus eigener Phantasie manches hinzufügten. Die Genesis beginnt mit einer Schilderung der Herrlichkeit Gottes und seiner Engel. Der oberste der Engel empört sich, er und seine Genossen werden in die Hölle geworfen. Statt ihrer schafft Gott die Menschen auf der Erde. Die ersten drei Schöpfungstage werden geschildert. — Dann