Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 1-3 (Januar 1921) · p. Seite 29

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 1-3 (Januar 1921)
Article
Die Bedeutung der galiläischen Synagogen-Ausgrabungen für die Wissenschaft
Date
1921-01-01
Page
Seite 29 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2829132-2829903-2829905-2848120--44214-2848182
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Bedeutung d. galiläischen Synagogen-Ausgrabungen f. d. Wissenschaft. 29 Talmud, die als Symbol der hohen Stellung des Patriarchen anzusehen sei (vgl. R. Juda I). Er führt diesen Beweis in glänzender Form mit zahlreichen Belegen aus talmudischen und heidnischen Quellen und sieht in dem Umstande, daß sich das Bruchstück mit dieser carruca oberhalb des vermutlichen Patriarchensitzes befand, als weiteren Beleg für seine Behauptung an. Gleichwohl wage ich dies zu bezweifeln. Das Vorkommen eines in Stein nachgebildeten Thoraschreines und der Men.orah in einzelnen Türstürzen weist so klar auf den vom Kult des Tempels und der Synagoge beeinflußten Ideenkreis d.er Künstler, daß ich annehme, dieses abgebildete Gefährt sei vielmehr ־ als Symbol des Wagens aufzufassen, in dem' man s. Z. die Bundeslade nach Jerusalem wieder im Triumph heimbrachte. Daß hierbei dem Steinmetzen die Gestalt der c. mangels anderer Vorbilder als solches diente, daß sie für diesen feierlichen Akt' •das ״moderne“ Prunkgefährt der Römer zugrunde legten, ist eine Gepflogenheit, die in der Kunstgeschichte späterer Zeiten vielfach nachweisbar ist1). Noch eigenartiger und die Forschungsfreude anregender erscheinen mir endlich die vor der Front von Uram el Kanätir aufgefundenen Säulenfragmente (Abb. 257) mit Korbkapitellen. Die Verfasser nehmen eine Vorhalle an, deren Dach von diesen 2 Säulen getragen wird. Mit Recht weist Krauß (Bespr. a. a. O.) auf die Aehnlichkeit dieses Gitterkapitäls mit den bei Benzinger abgebildeten Idealrekonstruktionen von Jachin und Boas hin. Wenn die Quellen2) diese als 1l In einem alten Kircbengemäide des Elbinger Kreises ist Abraham dargestellt, der die Opferung seines Sohnes vornimmt, indem er ein Gewehr auf diesen richtet! 2) Diese sind stark widersprechend. Jerera. spricht von 96 und 100 Granatäpfeln, I. Kön. und II. Chron. von 200. Dementsprechend sind auch alle Rekonstruktionen sehr abweichend. Benzinger läßt auch in seiner 2. Auflage die zuerst angegebene Abbildung fort und wählt zwei neue Rekonstruktionen, deren eine wohl als unmöglich bezeichnet werden kann.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.