Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 1-3 (Januar 1921)
- Article
- Die Bedeutung der galiläischen Synagogen-Ausgrabungen für die Wissenschaft
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 13)
- Language
- German
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28 Die Bedeutung d, galiläischen Synagogen-Ausgrabungen f. d. Wissenschaft. in der hebräischen Inschrift für die Frau des Leon, des Sohnes des David1), vor dem Davidsnamen ein Hexagramm eingemeißelt sei, also im 3. Jahrhundert n. Chr. bereits mit diesem im Zusammenhang üblich. Er schließt daraus, daß also diese Bezeichnung ,,דוד . bereits den Juden Palästinas geläufig sein mußte. Auch sonst harren verschiedene Symbole, die W. zu erklären sucht, vielleicht der Aufklärung seitens jüdischtheologischer Kreise. So z. B. die wiederholt angewandte Palme (S. 187)/ die Kränze auf den Türstürzen (S. 189 ff.) usw. Sehr richtig scheint mir die Behauptung W.s, daß der s i e b enarmige Leuchter ״zu einem Wahrzeichen des Judentums geworden, das in seiner Bedeutung fast der des Kreuzes für die Christen entspricht“. Nur mit der Einschränkung, daß hier die Form des Perfektum angebrachter .wäre. Falsch scheint mir hierbei nur W.s Meinung, daß man bei der Menorah über den Türen der Judenhäuser nicht an jene des Judas .Maccabäus denken müsse, sondern ״an den Leuchter als Gerät der Synagoge, zu deren Gemeinde sich der Inhaber bekennt“. (?). Sein Symbol sei also nicht ״aus der Ausstattung des Tempels“, sondern aus dem ״Kreis der. Synagoge“ zu erklären. Hier scheint W. zu übersehen, daß auch die christliche Kirche im Mittelalter die ״Menorah“ vielfach, teilweise in pompösester2) Form verwendet, wobei sie diese mit dem Lichtbegriffe des Neuen Testaments verbindet, aber wohl in erster Linie an den alten Tempel dachte. Die. mehrfach erwähnte Stellungnahme der jüdischen Theologen scheint endlich auch noch bei einer seltsamen Skulptur Tell-Hums erwünscht. An einer Stelle des oben erwähnten Frieses erkennen wir ein vierräderiges, geschlossenes Gefährt. W. sieht darin die ״c ä r r u c a“L des 1J Quelle (nach Watz.): Adler, Jewish Quart. Rev. XIV (1902) S. 111. 2) Vgl. Reims, Essen, Magdeburg, Frankfurt a. O. usw.