Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 1-3 (Januar 1921)
- Article
- Die Bedeutung der galiläischen Synagogen-Ausgrabungen für die Wissenschaft
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 15)
- Language
- German
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30 Die Bedeutung d. galiläischen Synagogen-Ausgrabungen f. d. Wissenschaft* mit Gitterwerk geschmückt beschreiben, so ist es durchaus nicht von der Hand zu weisen, daß die Erbauer, als sie zwei Säulen vor der Synagoge anbrachten, sich der beiden Masseben vor dem Tempel erinnerten und vielleicht versuchten, deren Form, soweit sie ihnen damals noch überliefert war, nachzubilden. Ob die auch sonst im heiligen Lande nachweisbaren Korbkapitäle1) formal den gleichen Ursprung haben oder auf eine ,,Mode“ der byzantinischen Baukunst zurückzuführen sind, wage ich nicht zu entscheiden. Immerhin ist auch diese Frage bedeutsam, und bei dem Bau eines jüdischen Gotteshauses kann man sehr wohl annehmen, daß man an die* Säulen Salomons gedacht hat. Endlich durfte die historische Erklärung des Baues dieser Synagoge von größtem Interesse für die Geschichte des Judentums sein. W. verlegt den Bau in die judenfreundliche Zeit des Septimius Severus und Carracalla'. Hier sind ja die Forschungen von Prof. Krauß als sehr wichtige Vorarbeit anzusehen. Ueberaus reichhaltig ist die Quellenangabe zeitgenössischer Bauten in Syrien, deren formale Uebereinstimmung mit den Synagogen ihre Entsteliungszeit kunstgeschichtlich sicherstellen. Indessen dürfte die Behauptung (S. 204), daß diese Synagogen ,,im Auftrag und auf Kosten römischer Kaiser“ erbaut wurden, wohl von berufenen Historikern nur unter Vorbehalt anerkannt werden2). 1J Vgl. die Abbildung bei E. Weigand: Byzantin. Zeitschr. 1914 (Theodosiuskloster, Kap. von St. Helena, Stephanus- und Grabeskirche). Die Korbformen sind mit denen der Synagogen verwandt. Weigand selbst bezeichnet die Frage als ^dorniges Problem“. 2 ־) Diese Annahme erscheint dem Prager Univ.-Prof. Dr. Arthur Stein, einem Spezialisten für die Geschichte der römischen ,Kaiserzeit, trotz der Passivität der galiläischen Juden anläßlich der Erhebung des Pescennius Niger ,,in hohem Grade“ unwahrscheinlich (mündliche Mitteilung). Auch D a 1 m a n ־(O. u. W. Jesu S. 142) drückt sich vorsichtiger aus und spricht nur von einer ״Erlaubnis“.