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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 1-3 (Januar 1921) · p. Seite 27

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 1-3 (Januar 1921)
Article
Die Bedeutung der galiläischen Synagogen-Ausgrabungen für die Wissenschaft
Date
1921-01-01
Page
Seite 27 (sequence 12)
Language
German
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Die Bedeutung d. galilaischen Synagogen-Ausgrabungen f. d. Wissenschaft. 27 glaubensgesetzlich weit bedenklicher ^als die verzerrten Männlein in Chorazin. Nicht minder der Taß .aus der Meysel-Synagoge zu Prag (s. Grotte, Abb. 23), der den Hohen Priester und Judith mit Holofernes Haupt iri naturalistischer Treibarbeit darstellt. Und hier Figurales als Thoraschmuck! — Dalman (a. a. O.), der gleichfalls dieses •Figurale in Galiläa stark überschätzt, meint, die Juden wollten damit den Heiden zeigen, daß man ihnen kulturell nicht nachstände. Auch seien die Juden in Kaperraum als ,,Minäer“ bekannt gewesen, die sich um das traditionelle Gesetz nicht kümmerten. Von weit größerer Bedeutung ist mir jedoch die ,,geometrische Ornamentik Tell-Hums“ (Abb. 55—57). Hier liefert Watzinger einen Beweis, der in theologischen Kreisen mit Recht Aufsehen erregen wird: Das Auftreten des P e n t a - und Hexagrammes im 2. Jahrhundert. Sonderbarerweise hat Krauß diese Ornamentik nicht näher gewürdigt. Und doch scheint sie das Seltsamste an der Ornamentik Galiläas zu sein. Die Ansichten über Entstehung und Bedeutung des Hexagrammes sind noch heute sehr abweichende. Die einen sehen darin ein rituell völlig bedeutungsloses Motiv, das im Mittelalter als Parallelsymbol zu Kreuz und Halbmond entstand; andere wollen ein Uebernehmen der mystischen geometrischen Figuren aus der Magie feststellen1). Oder man nennt es ,",Davidsschild“ und sucht aus Davids Psalmen gewunden und gekünstelt sechs Epitheta Gottes2). Watzinger weist nun nach, daß auf einem jüdischen Grabstein in Tarent (jetzt im Hofe des dortigen Museums) ף Wie weit dieser Glaube geht, erweist das im übrigen recht schätzenswerte Werk von P. Odilo W o 1 f f : Der Tempel von Jerusalem und seine Maße, Graz 1887. W. will nachweisen, daß alle Maße für Grundriß und Aufbau des Tempels sich aus dem Hexagramm ableiten lassen und. führt dies in mehreren Abbildungen vor״ 2) Vgl. ,,Der Frankfurter Israelit“ vom 11. Oktober 1916, Aufsatz v. M. S.

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