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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 1-3 (Januar 1921) · p. Seite 24

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 1-3 (Januar 1921)
Article
Die Bedeutung der galiläischen Synagogen-Ausgrabungen für die Wissenschaft
Date
1921-01-01
Page
Seite 24 (sequence 9)
Language
German
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24 Die Bedeutung d. galitäischen Synagogen-Ausgrabungen f. d. Wissenschaft״ und den zahlreichen, von mir erforschten Synagogen der späteren Banepochen1). Indessen wäre es irrig, ans all diesen Tatsachen den Schluß zn ziehen, als seien die Frauen grundsätzlich vom. Gottesdienst ausgeschlossen gewesen. Rühmend erwähnt der Talmud des Gebetes der frommen Hannah2). Die Teilnähme der Frauen am Sukkoth-Feste im Tempel Jerusalemsist bekannt; ein großer Teil der Vorhöfe wird uns ausdrücklich mit der Bezeichnung ״Frauenhof‘ überliefert. ,,Die Tossefta Megilla IV 11 erklärt es "ausdrücklich für zulässig, daß־: Frauen zu den sieben aus der Thora vorlesenden Personen. ג) Diese fast ausnahmslos in die Zeiten des 17. und 18. Jahrhunderts fallenden. Anbauten sind m. E. wie folgt zu erklären: Der Bau der Synagoge war den jungen Gemeinden in Polen ein Herzensbedürfnis. Aber die Vertriebenen verfügten in der ersten Zeit über zu geringe Mittel, um über das notwendigste Bauprogramm hinausgeben zu können. Erst später, mit zunehmender Wohlhabenheit,, wurden Räume für Frauen angebaut. Vielleicht hatten auch diese zuerst ihre Plätze in einer Abteilung des Männerraumes und mußten diese räumen, als. sich im Laufe der Jahre-die Gemeinde vergrößerte., (Zahlreiche Beispiele polnischer und iittauischer Holzsynagogen mit solchen deutlichen späteren Anbauten vgl. in meinem Aufsätze in. ,,Monatshefte für Kunstwissenschaft“, 1918, Heft 5).. Aehnlich in. Prag und Worms; hier war das der Gemeinde zum Bau überwiesene Gelände zu klein, um, inmitten der beengten Ghettofläche zunächstmehr ais das adernotwendigste zu errichten. — Eine Ausnahme bildet. Kurnik (bei Posen; hier hatte der (jüdische) Architekt 1767 eine schmucke Empore gleich anfangs vorgesehen, als an Steile einer״ offenbar zu klein gewordenen Synagoge eine neue für die große Zahl der Gemeindemitglieder nötig wurde (vgl. meinen Aufsatz im ,,Zentrablatt der Bau Verwaltung (Min. d. öff. Arb.) Berlin, Nr. 50/1916. 2) Schon diese bekannte Erzählung zeigt, wie wenig das Urteil Friedr. D e l i t z s c h ’ (Babel und Bibel, 2. Vortrag, 1904), die- Frau sei im Judentum ״wie im Islam zur Ausübung des Kultus unfähig gewesen“, den Tatsachen gerecht wird. (Ferner verweisen wir bezüglich der biblischen Zeit auf F. Löh r in Kittels Beiträgen zur Wissenschaft vom Alten Testament, Heft 4, 44 ff., der auf die- Teilnahme der Frauen am Passahmahl, an kultischen Reigentänzen*, Siegesfeiern, Opfermahlzeiten hinweist.) I. II.

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