Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 1-3 (Januar 1921)
- Article
- Die Bedeutung der galiläischen Synagogen-Ausgrabungen für die Wissenschaft
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 8)
- Language
- German
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Die Bedeutung d. galiläischen Synagogen-Ausgrabungen f. d. Wissenschaft. 23 seinem Obergemach (Dan. 6, 11) die Stätte des Tempels in der Ferne suchen1)/׳ Die Richtigkeit der Rekonstruktion der Verfasser voraus- ,gesetzt, muß m. E. das Auftreten von Emporen für die Frauen von seiten der jüdischen Wissenschaft besonders beachtet werden. Bezüglich der Zulassung von Frauen .־zum Gottesdienst in der Synagoge spricht Krauß (a. a. O.) von ,,Stillschweigen des Talmud'Ich selbst habe in meiner Arbeit (Fußn. 8), deren Ergebnis u. A. die wissenschaftliche und zeichnerische Erschließung von 37 bisher unbekannten Synagogen ist, selbst bei monumentalen Neubauten des 17. Jahrhunderts, deren Meister (z. B. Schule des Maderna (?) in Krakau) das Programm glänzend erlaßten, niemals gleich beim Neubau vorgesehene Frauenabteile zu entdecken vermocht. In allen Fällen sind diese :spätere Zutaten. Und wenn K. und W. sich auf die, wie sie annahmen, gleich beim Baue vorgesehenen Frauenschulen bei ,,neueren Synagogen in Tiberias und Dschöbar“ (Taf. XVIII) berufen, ־so ist* das ein Irrtum, der bei ihren Abb. 1, 2, 3 und 6 jedem Fachmann sofort in die Augen springen muß. Diese WTeiberschulen mit ihrem bedeutend schwächeren Mauerwerk, die offensichtlich nach Durchbrechungen der Hauptmauern an den Betsaal angeschlossen wurden, sind genau so spätere Anbauten wie in Prag, Worms ג) Daiman : ,,Orte und Wege Jesu“ (Bertels- ״mann, Gütersloh, 1919) S. 144. In diesem für die Geschichte des ■ Judentums sehr beachtlichen Werke berichtet D., der wohl als berufenster Kenner Palästinas anzusehen ist, auch von den Synagogen in Galiläa, wobei er manche Wahrnehmungen von K. und W. berichtigt. bezw. ergänzt. Auch er nimmt •die Steilung des Aimemor ,,im Hintergründe“ (gemeint ist die Südseite) an und auf diesem wohl, an ihrem Südrande, also nach dem Eingang zu, die Lade für die heiligen Rollen und Bücher, so daß der Yorbeter ihr das Gesicht;.zuwandte. Dann konnten auch, wie Tos. Meg. IV 21 vorschreibt, vor der Estrade die Aeltesten sitzen.