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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 1-3 (Januar 1921) · p. Seite 22

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 1-3 (Januar 1921)
Article
Die Bedeutung der galiläischen Synagogen-Ausgrabungen für die Wissenschaft
Date
1921-01-01
Page
Seite 22 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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22 Die Bedeutung d. galiläischen Synagogen-Ausgrabungen f. d. Wissenschaft. auch' ältestes) für die übrigen Synagogen Galiläas maßgebend gewesen sein mochte1), nichts anderes als den ״Frauenhof des Nationalheiligtums2), der an drei Seiten von Anbauten umgeben war, auf deren flachen Dächern die Frauen ihren Platz fanden. In diese vielleicht recht gewagte Hypothese reiht sich aber auch das auffallend große und hohe, halbkreisförmige Fenster gut ein, das über der Tür (K. und W. bezeichnen das Fenster als Entlastungsbogen) angeordnet war. Die glatte, hohe und freie Südwand mochte den Gläubigen hier die Mauer des Priesterhofes darstellen, die von dem gewaltigen Nikanortor durchbrochen war, das (man vergl. die Dreitürigkeit!) zwei kleinere Nebentüren aufwies. So kam die einzige große Lichtquelle des sonst nicht sonderlich hellen Gotteshauses aus der Richtung Jerusalems, symbolisch die im Raume Eingeschlossenen an die Heiligkeit des Tempels mahnend, dessen eigentliche Form und Gestalt ja die Altvorderen trotz des hohen und breiten Nikanortores auch nur ahnen, nicht aber richtig sehen konnten. ,,Wenn die Eingänge geöffnet waren, konnte man betend mit den Blicken über den glänzenden Seespiegel schweifen und wie Daniel in ף K. und W. finden für die Synagogen in E n - N a b r a t e n , Ed-Dschisch, Ed-Dikke keine ausreichende Erklärung für die Abweichungen von dem Schema der größeren ausgegrabenen Synagogen in Galiläa. Diese bestehen teils in quadratischem statt oblongem Grundriß, teils im Fehlen der Emporen. Diesen Y e r - fall der ,,Type“ habe ich in meinen Forschungen (s. Fußn. 8) fast überall feststellen können, besonders beim Bau von Synagogen des gleichen Zeitraumes in kleineren Orten; auch hier dürften dieselben Voraussetzungen vorliegen. 2) Dieser war nahezu quadratisch; einzelne der galiläischen Synagogen sind es gleichfalls. Wenn die maßgebende Type (Kapernaum) ein Oblongum zeigt, so mögen den römischen Architekten die Vorbilder ihrer Basiliken vorgeschwebt haben; vielleicht auch die Aengstlichkeit vor zu großer Spannweite des Mittelschiffes.

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