Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 1-3 (Januar 1921)
- Article
- Die Bedeutung der galiläischen Synagogen-Ausgrabungen für die Wissenschaft
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 6)
- Language
- German
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Die Bedeutung d. galiiäischen Synagogen-Ausgrabungen f. d. Wissenschaft. 21 worauf auch Krauß besonders hinweist, beiden Basilikaarten gemeinsam. Wir erkennen übrigens auch noch bei der ersteh, etwa 1000 Jahre später einsetzenden synagogalen Bauperiode1) — in Deutschland und Böhmen —, daß die Grundrißform in erster Linie auf die Almemorstellung zugeschnitten ist und der ,TK in seiner Form und Lage erst in zweiter Linie beim Aufbau eine Rolle spielt. Unbekümmert um diesen wird dort das zweischiffige System gewählt, das den Schrein, der in der Säulenaxe liegt, verdeckt oder zum wenigsten unterordnet. So ist es vielleicht nicht unberechtigt anzunehmen,1 daß in Galiläa der vermutlich schlichte, rein zweckliche Schrein aus Holz erstellt und an einer weniger hervorgehobenen Stelle der Synagoge aufgestellt gewesen war (vgl. Fußnote 11). Bleibt nur noch die Frage zu lösen, woher die Juden Galiläas ihr System mit Galerien an 3 Seiten entnahmen. Wir suchen vergeblich nach Vorbildern; denn auch die römische Basilika konnte den Kultforderungen nur unvollkommen entsprechen. Ist es aber vielleicht nicht sehr naheliegend, daß die galiiäischen Juden auf das Vorbild des Tempels in Jerusalem zurückgriffen? Nur wenige Geschlechter zurück lag dessen Zerstörung, die außerdem um 200 noch nicht so weit fortgeschritten war, daß man nicht mit Leichtigkeit ein Bild von dessen Grundriß und Anlage gewinnen konnte. Denn aus der Predigt des heiligen C y - r i 11 u s von J erusalem geht hervor, daß 350 n. Chr. die Tempelmauern noch aufrecht standen und erst in den folgenden Jahrzehnten nach einem Berichte des Eusebius von Cäsarea (362) als ,,Steinbruch“ benutzt wurden. (Hasak: Das heilige Land, 1914.) Ich sehe nun in dem Schema Kapernaums, das als bestes und schönstes Beispiel (vielleicht ף Vgl. Altneusvn agoge in Prag,Worms,Regensburg bei Grotte, Synagogen-Typen v. 11.—19. Jh., Berlin 1915.