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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1921-01-01 · Heft 1-3 (Januar 1921) · p. Seite 20

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
65 (1921)
Issue
Heft 1-3 (Januar 1921)
Article
Die Bedeutung der galiläischen Synagogen-Ausgrabungen für die Wissenschaft
Date
1921-01-01
Page
Seite 20 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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20 Die Bedeutung d. galiläischen Synagogen-Ausgrabungen f. d. Wissenschaft, mor an der Westwand (also nicht mitten im Räume) in den Synagogen Italiens1); noch mehr aber findet sich diese auffallende Uebereinstinimung mit dem galiläischen Typ in der portugiesischen Synagoge zu Amsterdam2), in der das Bema nächst der Westwand steht und die S i t z - bänke seitlich, also in der Nordsüd- Richtung an geordnet sind (!). Auch in Livorno zeigt sich die Anordnung seitlicher Sitze. Man wird mir entgegenhalten, daß ich hierbei auf die Stellung des ארון הקדש nicht Rücksicht nehme. Aber auch dies wage ich zu erklären: Wir haben uns seit Generationen daran gewöhnt, den א״ה als ״Altar'׳ zu bezeichnen (geschah schon Ende des Mittelalters: Elbogen, Der jüdische Gottesdienst 473) und diesen, analog dem des Kirchenbaues, als Prunk- und Hauptstück des Gotteshauses anzusehen. Ist doch unsere neuzeitige Synagoge, besonders beim Fehlen eines Almeinor, nichts anderes als eine Mischung der Kirchenschemata beider christlicher Bekenntnisse. Im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. fehlten jegliche Vorbilder; auch hat sich, wie K. und W. behaupten, die christliche Basilika mutmaßlich erst aus der Synagogen-Basilika entwickelt. Nun sind gerade die .Ciborien dieser Basiliken den Almemorformen viel näherstehend als einem ״Schrein“; sollte deshalb nicht ersterer mehr in die Augen fallend gewesen sein, auch viel monumentaler durch seine Erhöhung3)? Die Bezeichnung ״Ambon“ ist ja, Livorno (bei Frauberger, Mitt. III/4 d. Ges. z. Erf. jüd. Kunstdenkm., Abb. 32), Ancona, Pesaro, Padua (a. a. O., Mitt. II, Abb. 37, 38, 40), Venedig (I, Abb. 3). 2) Frauberger II, Abb. 35. a) Auch scheint mir nicht ausgeschlossen, daß das ßrjiicr. aus Stein errichtet war und daß die Kapernaumsche Kleinarchitektur von diesem stammt. Die genannte Synagoge zeigt so viel Selbständiges, Neues und dem Gesetz Widersprechendes und eine so sichere, zielbewußte Künstlerhand, daß hier ein Abweichen von der Ueberlieferung sehr wohl denkbar wäre.

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