Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 1-3 (Januar 1921)
- Article
- Die Bedeutung der galiläischen Synagogen-Ausgrabungen für die Wissenschaft
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 4)
- Language
- German
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Die Bedeutung d. galiläischen Synagogen-Ausgrabungen f. d. Wissenschaft. 19 als Mihrab einer Moschee, die hier in späterer Zeit durch Adaptieren der damals ohne allen Zweifel aufgelassenen Synagoge erstanden sein mochte. Wenn nun Gurlitt (a. a. O.) und Krauß (Isr. Fam. Bl.) hieraus schließen, es seien nun diese Sanktuarien bei allen Synagogen die Regel gewesen, so ist das ein Irrtum. Die Apsis scheint mir erst später, beeinflußt durch den Kirchenbau, von der Synagoge übernommen zu sein. K. und W. stellen diesen geradlinigen Abschluß der Ostwand (ohne Apsis, die man bisher annahm)' auch an der spanischen Synagoge in Elche fest (S. 141, Fußn. 2). Auch in Worms (1034) ist die ,,Apsis“ noch nichts weiter als eine Schranknische. Bei den nach Süden orientierten Synagogen sind an den Nord-, Ost- und Westseiten Steinbänke längs der Seitenwände feststellbar; an den gleichen Seiten ziehen sich auch Emporen herum. Es ist also in zwei Stockwerken, ähnlich dem antiken Theater- Schema, zum Ausdruck gebracht, daß sich alle Blicke nach der einen, galeriefreien Wand wenden müssen, die mit'Ausnähme Arbelas Eingangswand war und vor der eine gottesdienstliche Handlung vorgenommen wurde. Diese aber unter‘ oder vor die Nordgalerie zu verlegen, widerspricht allen Regeln eines kirchlichen Bauprogramms. Die Forscher haben nun in Tell-Hum aus den mehr als kümmerlichen Resten einer Vorgefundenen Kleinarchitektur einen architektonischen Aufbau für den אדון הקדש rekonstruiert und stellen diesen frei vor die Eingänge. Dies scheint mir sehr gewagt und bei aller glänzenden Beweisführung für deren Richtigkeit anfechtbar. Ich möchte vielmehr folgendes annehmen: Nächst der Südwand (also nicht in - mitten; des freien Mittelraumes, wie K. und W. wohl auf Grund der ihnen bekannten Almemorsteilungen in Tiberias, Dschöbrar, Polen und Deutschland anzunehmen scheinen) dürfte der Almemor (Bema) gestanden haben. Vielleicht erklärt sich auch aus solch altehrwürdiger Ueberlieferung die uns bislang unverständliche Stellung des Alme- 2*