Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 1-3 (Januar 1921)
- Article
- Die Bedeutung der galiläischen Synagogen-Ausgrabungen für die Wissenschaft
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 3)
- Language
- German
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- Irbid 1× ep/1044824
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18 Die Bedeutung d. galiläischen Synagogen-Ausgrabungen f. d. Wissenschaft» dem ägyptischen Tempel, spricht schon G u r 1 i 11 *) die Vermutung aus, es sei im Jnnern ein freier, säulenloser Raum; dies wird nun durch die Ausgrabungen bestätigt» Die nun vor unserem geistigen Auge erstehende Basilika .(ohne Ueberhöhung des Mittelschiffes, mit Emporen über den seitlichen), ist indessen sowohl in baulicher als auch in ritueller Hinsicht ein Rätsel, dessen Lösung noch eingehenden Ansichtsaustausches seitens jüdischer Theologen bedarf. Uebereinstimmend zeigen die Synagogen die zunächst unerklärliche Anordnung von 3 Türen in der ״Orientierungs“- Wand, von der zweifelsfrei angenommen werden muß, daß• sich ihr die Betenden zuwandten; sie liegt, je nach der Lage des Nationalheiligtums im Süden* 2), Westen oder Osten. Nähme man nun, analog dem bisher bekannten Synagogentyp, den אדון .הקדש gegenüber der Eingangswand an, so־ ergäbe sich die allem Ritus hohnsprechende Gepflogenheit,, der heiligen Stadt beim Beten den Rücken zuzuwenden3)» Da nun aber erfahrungsgemäß sich jedes Bauprogramm nach zwecklichen Rücksichten ergibt, nicht umgekehrt der Ritus sich nach dem Bauschema richtet und am allerwenigsten bei Neubauten (!), ist die Annahme der beiden Verfasser, der heilige Schrein hätte nächst der Orientierungswand gestanden, kaum ernsthaft zu bezweifeln. Nun findet sich auf fallenderweise in Irbid (Arbela) die ,,orientierte“ Südseite an einen Felsen angebaut, so daß der Eingang von der Ostseite erfolgte. In dieser Südwand fanden Kitchener und Guerin eine halbkreisförmige Nische; sie erklärten sie x) Handb. d. Architektur, IV. T., 8. Halbb., Heft 1, Stuttgart 1906. 2) So (in der größten Synagoge) in Kapernaum, Chorazin, Umm el’Amed, Merön, Kefr Bir’im En Nabraten, Ed-Dschisch. 3) Dalman führt an, daß M. M i e s e s (Bloch’sche Wochenschr.) daraus ,,die alte Vorstellung von einem Göttersitz im Norden“ ableitet. Krauß ersieht in dieser Nordrichtimg (? ) der Betenden eine ,,gedankenlose. Nachahmung, südjudäischer, . tempelwärts gerichteter Synagogen“. Beide Ansichten scheinen mir völlig unhaltbar.