Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 65 (1921)
- Issue
- Heft 1-3 (Januar 1921)
- Article
- Die Bedeutung der galiläischen Synagogen-Ausgrabungen für die Wissenschaft
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 2)
- Language
- German
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Die Bedeutung d. galiläischen Synagogen-Ausgrabungen f. ä. Wissenschaft. 17 wiederholt mit dem eigenartigen Vorkommen von Tiergestalten an diesen Ruinen befaßt. Denn schon 1852 bezeichnet Robinson diese als Synagogen, denen er fälschlich den Heidentempel von Kadesch zurechnet. Ihm folgen Renan, Wilson, Co n der, Kitchener. Aber erst letzterem, dem bekannten Heerführer im deutschen Kriege, ist die absolute Feststellung, daß die Ruinen Synagogen seien, zuzuschreiben. Nun erst, 1886—1903, setzen *deutsche Forscher ein (Schuhmacher, Thiersch, H ölscher); ihnen folgen 1905 Kohl, Watzinger und H i 11 e r , von denen die beiden zuerst genannten 1907 die Grabungen im Aufträge der D. O. G. in umfassender Weise fortsetzen, Stein für Stein erwägend,, messend, im Bilde festhaltend. — So entstand das prächtige, für die jüdische Wissenschaft so hochbedeutsame Werk mit seinen 306 Abbildungen und 18 Tafeln. Leider ist Kohl bald nach Kriegsausbruch gefallen. Ein überraschendes Ergebnis der Forschung ist wohl die Feststellung, daß die Synagogen völlig überdacht waren. Krauß, der sich eingehend mit diesen Entdeckungen befaßt hat1), erwähnt Beispiele von Synagogen ohne Bedachung aus alten und neueren Quellen; beachtenswert scheint mir sein Hinweis auf Baba bathra 3 b, wo von Sommer- und Wintersynagogen die Rede ist, so daß er diese Frage offen lassen möchte, umsomehr als •sich in einigen der in Frage kommenden Orte tatsächlich zwei Synagogen in ihren Trümmern feststellen ließen. Die Verfasser glauben an ein ehemaliges Satteldach auf Grund Vorgefundener Werkstücke, die, wie z. B. die Geisonecken, darüber kaum ernsten Zweifel lassen. Während aber noch Kitchener über dem ganzen Raume eine Säulenarchitektur verteilt, analog ף Vgl. G. F. P. F. 3. Veröff. ״Die galil. Synagogen-Ruinen“, Berlin 1911, ferner Bespr. i. Lit. Zentralbl. 1916, S. 736, endlich im Israel. Fam. Bl. Nr. 20, 1917. Monatsschrift, t5. Jahrgang. 2